Die Erste Bank zeigt sich in ihrem jüngsten Kapital- und Liquiditätsbericht finanziell robust aufgestellt. Zum Stichtag am 30. Juni wies das Institut eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 15,24 % aus. Das entspricht einem CET1-Kapital von 28,47 Milliarden Euro. Auch die Tier-1-Quote unterstreicht mit 17,23 % die Stabilität des österreichischen Bankenhauses.

Diese soliden Kapitalpolster bilden das Rückgrat für die Geschäftstätigkeit in einem Marktumfeld, das von der Bankführung derzeit genau beobachtet wird. Vor allem die Entwicklung der Refinanzierungskosten und die allgemeine konjunkturelle Lage spielen eine zentrale Rolle für die künftige Ertragsentwicklung und die Risikovorsorge des Instituts.

Komfortable Liquidität und vorsichtiger Ausblick

Über die reinen Kapitalquoten hinaus belegen die Daten eine komfortable Liquiditätssituation. Die Gesamtkapitalquote lag zum Halbjahr bei 19,98 %, während die Liquidity Coverage Ratio (LCR) mit 147,66 % deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen notierte. Ergänzt wird dieses Bild durch eine stabile Refinanzierungsquote (NSFR) von 139,88 %.

Die Markteinschätzung der hauseigenen Experten für die nähere Zukunft ist indes von einer gewissen Vorsicht geprägt. Ende August verwies das Institut auf einen zunehmenden Druck auf die Kreditmargen von Unternehmen.

Als wesentliche Belastungsfaktoren wurden hierbei die hohen Energiepreise sowie anhaltende Inflationsrisiken angeführt. In diesem Zusammenhang rechnen die Analysten der Bank mit einem weiteren Zinsschritt der Europäischen Zentralbank um 25 Basispunkte in der Sitzung im laufenden Monat.

Diese zurückhaltende Grundhaltung spiegelt sich auch in der jüngsten Research-Tätigkeit des Hauses wider. Die Analysten S. Lingnau und H. Engel reduzierten am Dienstag ihre Gewinnschätzungen für mehrere europäische und internationale Großkonzerne.

Betroffen von den Korrekturen waren unter anderem Schwergewichte aus der Automobilindustrie, dem Bergbau und dem Gesundheitssektor, da die Experten mit Gegenwind für die globale konjunkturelle Entwicklung rechnen.

Aktie nähert sich dem Jahreshöchststand

An der Börse wird die operative Verfassung des Instituts weiterhin positiv bewertet. Am Freitag ging das Papier bei einem Schlusskurs von 124,10 Euro aus dem Handel. Damit setzt die Aktie ihren bisherigen Erfolgskurs fort und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 21 %. Das Wertpapier bewegt sich damit in unmittelbarer Schlagdistanz zu seinem 52-Wochen-Hoch von 126,00 Euro, das erst am 27. August markiert wurde.

Für Kunden der Bank in Ungarn steht unterdessen eine technische Umstellung an. Medienberichten zufolge sind für den 18. September und den 1. Oktober Wartungsfenster geplant. In diesen Zeiträumen müssen Nutzer der digitalen Infrastruktur mit temporären Einschränkungen rechnen.

Betroffen sind unter anderem die George-App, das Web-Banking sowie die TeleBank und die digitale Plattform für Unternehmenskunden. Diese regelmäßigen Updates dienen der langfristigen Stabilität und Sicherheit der digitalen Bankdienstleistungen.