Zwei Wochen, drei marktbewegende Ereignisse — der April 2026 wird für die Erste Group zur Belastungsprobe. Hauptversammlung, EZB-Zinsentscheid und Quartalszahlen fallen in einem engen Zeitfenster zusammen. Das Besondere: Der 30. April markiert sowohl den Veröffentlichungstermin der Q1-Zahlen als auch die nächste EZB-Sitzung.
Starke Basis, komplexe Kostenrechnung
Das Geschäftsjahr 2025 lief operativ rund. Das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro, der Zinsüberschuss kletterte von 7,5 auf 7,8 Milliarden Euro, der Nettogewinn stieg auf 3,5 Milliarden Euro. Für 2026 peilt das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie von mehr als 20 Prozent über dem Vorjahr an — inklusive eines Zinsüberschusses von über 11 Milliarden Euro und eines Kreditvolumens von mehr als 285 Milliarden Euro, das erstmals die polnische Tochter einschließt.
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Genau dort liegt der Haken. Die Erstkonsolidierung der polnischen Tochter drückt die harte Kernkapitalquote (CET1) im ersten Quartal um rund 460 Basispunkte. Hinzu kommen Integrationskosten von 180 Millionen Euro und eine Einmalbelastung von 300 Millionen Euro aus der Bewertung des Kreditportfolios. Das Management betont, diese bilanzielle Abschreibung spiegele keine tatsächliche Verschlechterung der Portfolioqualität wider. Regulatorische Abgaben und Bankensteuern — vor allem in Ungarn und Rumänien — belasten das Jahr zusätzlich mit rund 450 Millionen Euro.
EZB-Entscheid als Joker
Die Zinspolitik der EZB liefert ein widersprüchliches Bild. Stabile Leitzinsen bei 2,0 Prozent stützen die Zinsmarge der Bank, begrenzen aber weiteres Wachstum beim Zinsüberschuss. Zugleich hat die EZB ihre Inflationsprognose für 2026 auf 2,6 Prozent angehoben — was Zinssenkungen unwahrscheinlicher macht und eher Druck in Richtung Erhöhung aufbaut. Marktbeobachter kalkulieren mit weiteren Schritten um etwa 50 Basispunkte, was zwar höhere Margen verspricht, aber die Kreditnachfrage dämpfen könnte.
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Ob der EZB-Rat am 30. April einen Zinsschritt beschließt, ist derzeit offen.
Dividende, dann Zahlen
Am 17. April lädt die Erste Group zur Hauptversammlung in Wien. Beschlossen wird eine Jahresdividende von 0,75 Euro je Aktie, zahlbar am 24. April — Ex-Tag ist der 22. April. Zwei Wochen später folgen die Q1-Zahlen, die zeigen werden, ob die tatsächlichen Integrationsbelastungen im prognostizierten Rahmen bleiben. Die CET1-Zielquote für 2026 liegt bei 14,25 Prozent; das Management erwartet eine Erholung im Jahresverlauf. Ob der angestrebte bereinigte Nettogewinn von über 4 Milliarden Euro erreichbar bleibt, wird sich am 30. April konkret abzeichnen.
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