Drei Termine in 13 Tagen — für die Erste Group verdichtet sich der April zu einem echten Belastungstest. Hauptversammlung, Ex-Dividendentag und Quartalsbericht folgen in rascher Folge aufeinander, und jeder dieser Termine bringt konkrete Zahlen, die das Bild der laufenden Polen-Integration schärfen werden.
Dividende auf ein Zehntel des Vorjahres
Den Auftakt macht die ordentliche Hauptversammlung am 17. April in Wien. Auf der Agenda steht eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie — nach 3,00 Euro im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote sinkt damit von 50 bis 55 Prozent auf rund 10 Prozent, obwohl die Erste Group für 2025 einen Rekordnettogewinn von 3,51 Milliarden Euro ausgewiesen hat.
Das Signal dahinter ist eindeutig: Das Kapital wird für die Integration benötigt. Mit dem Erwerb von 49 Prozent an Polens drittgrößtem Kreditinstitut sowie der Hälfte des Vermögensverwalters Santander TFI wächst die Kundenbasis auf rund 23 Millionen Menschen in Zentral- und Osteuropa. 485 Filialen und 1.400 Geldautomaten sollen im Laufe des zweiten Quartals umgestaltet werden — ein Projekt, das auf etwa zwei Jahre angelegt ist.
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Kapitalquote unter Druck
Der eigentliche Bilanzeffekt schlägt mit den Q1-Zahlen am 30. April auf. Die Erstkonsolidierung der polnischen Einheit wird die harte Kernkapitalquote (CET1) voraussichtlich um rund 460 Basispunkte drücken — ausgehend von einer Ausgangsbasis von 19,3 Prozent zum Jahresende 2025. Hinzu kommen Integrationskosten von etwa 180 Millionen Euro sowie eine einmalige Kreditrisikovorsorge von 300 Millionen Euro brutto, netto rund 120 Millionen Euro ergebnisbelastend.
Die Zielquote für 2026 liegt bei 14,25 Prozent. Das Management erwartet, dass sich die Quote nach dem Einmaleffekt im Jahresverlauf wieder erholt.
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Der Terminkalender im Überblick:
- 17. April: Ordentliche Hauptversammlung, Wien
- 22. April: Ex-Dividendentag
- 24. April: Auszahlung der Dividende (0,75 Euro)
- 30. April: Veröffentlichung der Q1-Zahlen
Ambitionen bleiben hoch
Trotz der Einmalbelastungen hält das Management an seinen Jahreszielen fest: mehr als 20 Prozent höherer bereinigter Gewinn je Aktie, eine Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent, ein Zinsüberschuss von über 11 Milliarden Euro und ein Kreditvolumen von mehr als 285 Milliarden Euro inklusive Polen.
Der Kurs spiegelt die Unsicherheit der laufenden Übergangsphase wider. Mit einem Minus von knapp 15 Prozent in den vergangenen 30 Tagen notiert die Aktie bei 91,80 Euro — deutlich unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 102,46 Euro. Die Q1-Zahlen Ende April werden zeigen, ob die tatsächlichen Belastungen im Rahmen der Prognosen bleiben und ob der angestrebte Zielkorridor von über 4 Milliarden Euro bereinigtem Nettogewinn trotz der Integrationskosten erreichbar ist.
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