Rekordgewinn auf der einen Seite, drastisch gestutzte Dividende auf der anderen — die Erste Group liefert ihren Aktionären eine ungewöhnliche Kombination. Für 2025 erzielte die österreichische Großbank einen Nettogewinn von 3,51 Milliarden Euro, den höchsten Wert ihrer Geschichte. Die Ausschüttung für dieses Rekordjahr? Lediglich 0,75 Euro je Aktie, nach 3,00 Euro im Vorjahr.
Der Grund ist eindeutig: Die vollständig aus Eigenmitteln finanzierte Übernahme von 49 Prozent an Polens drittgrößtem Kreditinstitut sowie der Hälfte des Vermögensverwalters Santander TFI verschlingt Kapital. Die Ausschüttungsquote sinkt damit von 50 bis 55 Prozent auf rund 10 Prozent — ein Niveau, das Aktionäre trotz Rekordergebnis mit leeren Händen zurücklässt. Die Dividende ist zahlbar am 24. April 2026, Ex-Tag ist der 22. April.
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Bilanzbelastung im ersten Quartal
Die Expansion hinterlässt unmittelbare Spuren in der Kapitalstruktur. Die harte Kernkapitalquote (CET1) fällt im ersten Quartal 2026 um rund 460 Basispunkte — ausgehend vom Jahresendwert 2025 von 19,3 Prozent. Das Management peilt für das Gesamtjahr eine CET1-Quote von 14,25 Prozent an und erwartet eine Erholung, sobald der Einmaleffekt der Erstkonsolidierung abklingt.
Hinzu kommen laufende Belastungen: Bankenabgaben und regulatorische Kosten von rund 450 Millionen Euro — vor allem in Ungarn und Rumänien —, Integrationsaufwendungen von etwa 180 Millionen Euro sowie jährliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von rund 70 Millionen Euro nach Steuern. Das alles trifft ausgerechnet ein Jahr, in dem das Management ambitionierte Ziele ausgibt: eine Eigenkapitalverzinsung von rund 19 Prozent, ein Kreditvolumen von über 285 Milliarden Euro, einen Zinsüberschuss von mehr als 11 Milliarden Euro und einen Gewinn je Aktie, der um mehr als 20 Prozent steigen soll.
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Dichter Terminkalender im April
Ob diese Ziele erreichbar sind, lässt sich ab Ende April konkreter beurteilen. Am 30. April 2026 legt die Erste Group ihre Q1-Zahlen vor — erstmals inklusive der polnischen Konsolidierung. Das wird zeigen, ob der Kapitalquoten-Rückgang im Rahmen der Management-Erwartungen bleibt.
Rund zwei Jahre veranschlagt das Management für die vollständige Umwandlung der Santander-Tochter in die „Erste Bank Polska“, mit knapp 500 Filialen und 1.400 Bankomaten — eine direkte Herausforderung an lokale Platzhirsche wie die PKO Bank Polski. Für Aktionäre verdichtet sich der April damit zu einer Abfolge von Wegmarken: Hauptversammlung am 17. April, Dividenden-Ex-Tag am 22. April und Q1-Zahlen am 30. April. Drei Wochen, die zeigen, wie viel von der Rekordstärke des Jahres 2025 im laufenden Umbau übrig bleibt.
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