Rekordgewinn — und trotzdem eine Dividende, die auf ein Zehntel des Vorjahreswerts zusammengeschrumpft ist. Die Erste Group hat ein ungewöhnliches Jahr hinter sich, und die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Management seine ambitionierten Versprechen halten kann.
Der Kurs legte in der vergangenen Woche rund neun Prozent zu und schloss zuletzt bei 102,80 Euro. Das Festhalten der Unternehmensführung an ehrgeizigen Jahreszielen trotz massiver Integrationskosten aus dem Polen-Zukauf sorgte für spürbare Erleichterung bei den Anlegern.
Hauptversammlung: Rekordjahr, gekürzte Dividende
Am 17. April treffen sich die Aktionäre in Wien. Der Kontrast auf der Tagesordnung ist bemerkenswert: Für 2025 weist die Erste Group einen Nettogewinn von 3,51 Milliarden Euro aus — ein historischer Höchstwert. Die vorgeschlagene Dividende beträgt dennoch nur 0,75 Euro je Aktie, verglichen mit 3,00 Euro im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote sinkt damit von rund 50 bis 55 Prozent auf etwa zehn Prozent.
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Das Kapital bleibt im Konzern, weil es gebraucht wird. Die Erstkonsolidierung der übernommenen Santander Bank Polska drückt die harte Kernkapitalquote im ersten Quartal 2026 um rund 460 Basispunkte — ausgehend von 19,3 Prozent zum Jahresende. Hinzu kommen Integrationskosten von 180 Millionen Euro und eine bilanzielle Einmalbelastung von 300 Millionen Euro aus der Portfoliobewertung. Das Votum der Aktionäre über die Dividendenkürzung gilt als Formsache, markiert aber den offiziellen Startpunkt eines strategischen Kurswechsels.
Polen-Integration: Umbau auf Hochtouren
Noch im laufenden Quartal beginnt das zweijährige Rebranding der polnischen Tochter zur „Erste Bank Polska“. Knapp 500 Filialen und 1.400 Bankomaten werden umgestellt. Parallel fusionieren die Brokerage-Einheiten beider Häuser zum neuen Marktführer im polnischen Wertpapiergeschäft.
Die strategische Logik dahinter ist klar: Die Übernahme hebt die Kundenbasis auf rund 23 Millionen im gesamten CEE-Raum. Die polnische Einheit erwirtschaftete zuletzt 6,46 Milliarden Zloty Nettogewinn — eine Größenordnung, die den Kapitaleinsatz rechtfertigt.
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Das Management hält trotz aller Belastungen an seinen Jahreszielen fest: ein Zinsüberschuss von über 11 Milliarden Euro, eine Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent sowie ein Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Aktie von über 20 Prozent. Die Kernkapitalquote soll bis Ende 2026 bei 14,25 Prozent stabilisiert werden — ein Niveau, das den erwarteten Einbruch durch die Konsolidierung bereits einkalkuliert.
Q1-Zahlen als eigentlicher Gradmesser
Den Rückenwind für die jüngste Kurserholung lieferte auch das Branchenumfeld: Positive JPMorgan-Einschätzungen zur UniCredit stützten das Sentiment für europäische Finanzwerte generell, begleitet von US-Inflationsdaten, die mit 3,3 Prozent im März im Rahmen der Erwartungen lagen.
Die eigentliche Bewährungsprobe folgt am 30. April. Dann präsentiert die Erste Group ihre Quartalszahlen — erstmals inklusive der vollständigen polnischen Tochter. Diese Daten werden konkret belegen, wie gut die Kapitaldecke die Integrationslasten abfedert und ob die Jahresziele auf realistischem Fundament stehen.
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