Die Dividende schrumpft drastisch, die harte Kernkapitalquote fällt spürbar. Anleger der Erste Group lassen sich davon nicht beirren und treiben den Kurs auf 107,10 Euro — ein Plus von beachtlichen 73 Prozent auf Jahressicht. Der österreichische Bankkonzern steht vor einer entscheidenden Handelswoche, die den massiven Umbau in Polen greifbar macht.
Der Fahrplan für den Dividendenabschlag
Aktionäre blicken zunächst auf den 22. April. An diesem Mittwoch wird die Aktie ex-Dividende gehandelt. Die Auszahlung von 0,75 Euro je Anteilsschein folgt am 24. April.
Im Vorjahr flossen noch 3,00 Euro an die Anteilseigner. Das Management senkte die Ausschüttungsquote von rund 50 auf knapp 10 Prozent, um den teuren Expansionskurs zu finanzieren.
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Startschuss für das Santander-Rebranding
Unmittelbar nach dem Zahltag startet der sichtbarste Teil der milliardenschweren Übernahme in Polen. Zwischen dem 24. und 26. April erhalten 485 Filialen der bisherigen Santander Bank Polska das rote Erste-Logo. Im gleichen Schritt stellt die Bank über tausend Geldautomaten und die gesamte digitale Infrastruktur um.
Dieser Kraftakt kostet Geld. Die Bank kalkuliert für 2026 mit Rebranding-Kosten von rund 250 Millionen Zloty. Für die eigentliche Integration der polnischen Beteiligung fließen weitere 180 Millionen Euro. Hinzu kommen jährliche Abschreibungen im zweistelligen Millionenbereich.
Bilanzieller Stresstest am 30. April
Den Abschluss dieses intensiven Monats markiert der 30. April. Der Quartalsbericht liefert erste handfeste Zahlen zur neu konsolidierten Tochtergesellschaft. Die Erstkonsolidierung hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz. Die harte Kernkapitalquote (CET1) sinkt im ersten Quartal voraussichtlich um 460 Basispunkte.
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Ausgehend vom Jahresendstand von 19,3 Prozent nähert sich der Wert damit der Zielquote von 14,25 Prozent. Am selben Tag entscheidet die Europäische Zentralbank über den weiteren Leitzins. Der Iran-Konflikt treibt die Inflationserwartungen nach oben, die Märkte preisen mittlerweile Zinserhöhungen ein. Ein anhaltend hohes Zinsniveau stützt zwar die Zinsmarge der Erste Group, birgt aber das Risiko einer abwürgenden Kreditnachfrage.
Trotz dieser Integrationslasten peilt der Vorstand für das laufende Jahr ein Gewinnwachstum von über 20 Prozent an. Die Börse honoriert den Expansionskurs. Aktuell notiert das Papier mit 107,10 Euro nur hauchdünn unter dem Jahreshoch und weit über seinen gleitenden Durchschnitten.
Diese Stärke lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Verfehlt der Quartalsbericht am 30. April die hohen Erwartungen, droht angesichts eines heißgelaufenen RSI-Wertes von knapp 82 ein unmittelbarer Rücksetzer.
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