Die Erste Group zahlt gerade den Preis für ihre polnische Expansion — und das in mehrfacher Hinsicht. Die Erstkonsolidierung der Erste Bank Polska drückt die harte Kernkapitalquote (CET1) im laufenden ersten Quartal um rund 460 Basispunkte, ausgehend vom Jahresendstand 2025 von 19,3 Prozent. Hinzu kommen 300 Millionen Euro Belastung aus der IFRS-konformen Fair-Value-Bewertung des polnischen Portfolios — kein Qualitätsproblem, aber ein erheblicher Einmaleffekt.
Kosten stapeln sich im Übergangsjahr
Die Kapitalquote ist nicht die einzige Baustelle. Integrationskosten von rund 180 Millionen Euro brutto werden großteils 2026 verbucht, der Kundenstock über zehn Jahre mit jährlich etwa 210 Millionen Euro abgeschrieben. Obendrauf kommen regulatorische Abgaben von rund 450 Millionen Euro, vor allem in Ungarn und Rumänien. Das Ziel für die CET1-Quote liegt bei 14,25 Prozent — das Management erwartet eine Erholung im Jahresverlauf.
Trotz dieser Belastungen hält die Bank an ambitionierten Jahreszielen fest: mehr als 20 Prozent höherer bereinigter Gewinn je Aktie, eine Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent und ein Kreditvolumen von über 285 Milliarden Euro inklusive Polen. Das operative Fundament aus 2025 gibt dafür eine solide Basis: Der Nettogewinn stieg auf 3,5 Milliarden Euro, das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro.
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Dividendenkürzung als klares Signal
Für Aktionäre besonders spürbar ist die drastisch reduzierte Ausschüttung. Auf der Hauptversammlung am 17. April steht eine Dividende von lediglich 0,75 Euro je Aktie zur Abstimmung — nach 3,00 Euro im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote fällt damit von 50 bis 55 Prozent auf rund 10 Prozent, obwohl 2025 ein Rekordnettogewinn von 3,51 Milliarden Euro erzielt wurde. Das Kapital wird schlicht für die Integration benötigt, die vollständig aus Eigenmitteln finanziert wurde.
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 12 Prozent verloren und notiert aktuell knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 91,81 Euro. Kurzfristige Integrationslasten überwiegen in der Anlegerwahrnehmung offenbar die langfristigen Ertragschancen des polnischen Marktes — zumindest vorerst.
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59 Prozent der erfassten Analysten votieren dennoch für Kaufen, nur 5 Prozent für Verkaufen. Die durchschnittliche Nettogewinn-Schätzung für 2026 liegt bei 3,8 Milliarden Euro.
Am 30. April veröffentlicht die Bank ihre Q1-Zahlen — erstmals mit konsolidierter polnischer Tochter. Bleiben die tatsächlichen Belastungen im Rahmen der Prognosen, könnte das der Ausgangspunkt für eine Neubewertung sein.
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