Die Erste Group hält am Donnerstag ihre 33. ordentliche Hauptversammlung ab — und der Termin fällt in eine bemerkenswert widersprüchliche Phase. Rekordgewinn im Rücken, Dividende auf ein Zehntel des Vorjahreswerts gekürzt, und trotzdem läuft die Aktie.
Hauptversammlung mit heiklem Tagesordnungspunkt
Am 17. April 2026 kommen die Aktionäre am Erste Campus in Wien zusammen. Neben Routinepunkten wie Jahresabschluss, Prüferwahl und Aufsichtsratsbesetzung steht ein besonders bitterer Beschluss auf der Agenda: Die Dividende soll von 3,00 Euro auf 0,75 Euro je Aktie sinken — obwohl die Erste Group für 2025 einen Rekordnettogewinn von 3,51 Milliarden Euro ausgewiesen hat. Die Ausschüttungsquote fällt damit von rund 50 auf rund 10 Prozent.
Der Grund liegt nicht in schlechten Geschäften, sondern in Polen. Die Übernahme eines 49-Prozent-Anteils an der Santander Bank Polska wird vollständig aus Eigenmitteln gestemmt. Damit sichert sich die Erste Group Zugang zum größten Bankenmarkt der CEE-Region und will ihre Kundenbasis auf rund 23 Millionen Menschen ausbauen. Ein Rebranding zur „Erste Bank Polska“ ist noch im zweiten Quartal geplant.
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Der Preis der Expansion
Das Vorhaben hat seinen Preis. Die Erstkonsolidierung drückt die harte Kernkapitalquote im ersten Quartal um rund 460 Basispunkte — ausgehend von 19,3 Prozent zum Jahresende 2025. Hinzu kommen Integrationskosten von 180 Millionen Euro sowie eine bilanzielle Einmalbelastung von 300 Millionen Euro aus der Portfoliobewertung.
Das Management hält dennoch an seinen Jahreszielen fest: ein Zinsüberschuss von über 11 Milliarden Euro, eine Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent und ein Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Aktie von über 20 Prozent. Die Kernkapitalquote soll bis Ende 2026 bei 14,25 Prozent stabilisiert werden.
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Aktie erholt, Q1-Zahlen als erster Härtetest
Die Aktie legte zuletzt rund 9 Prozent zu und notiert bei etwa 102,70 Euro — damit klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von rund 92,80 Euro. Rückenwind lieferte das breitere Sentiment für europäische Bankenwerte, gestützt durch positive Einschätzungen zur UniCredit und US-Inflationsdaten im Rahmen der Erwartungen.
Der nächste konkrete Prüfstein folgt rasch: Am 30. April veröffentlicht die Erste Group die Quartalszahlen für Q1 2026. Diese Zahlen werden erstmals die vollständig konsolidierte polnische Tochter abbilden und zeigen, wie der finanzielle Startpunkt des zweijährigen Integrationsprozesses tatsächlich aussieht. Ex-Dividendentag ist der 22. April, die Auszahlung erfolgt am 24. April.
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