Die Erste Group hat 2025 mit einem Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro ein Rekordergebnis erzielt – und schlägt dennoch eine Dividende vor, die 75 Prozent unter dem Vorjahreswert liegt. Der Grund: der milliardenschwere Einstieg in Polen, der das Kapital bindet und 2026 erstmals vollständig in den Büchern auftaucht.
Starke Basis, hoher Preis
Das operative Fundament ist solide. Der Zinsüberschuss kletterte auf 7,8 Milliarden Euro, der Provisionsüberschuss legte um 8,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zu. Das Kreditvolumen wuchs konzernweit um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro – in den Märkten außerhalb Österreichs sogar um 10,5 Prozent. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) erreichte 16,6 Prozent, die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf komfortable 19,3 Prozent.
Doch genau diese Kapitalstärke wurde für die größte Transaktion der Bank seit Jahren eingesetzt: Im Januar 2026 schloss die Erste Group den Kauf eines 49-Prozent-Anteils an der Santander Bank Polska sowie 50 Prozent am Vermögensverwalter Santander TFI ab. Gesamtvolumen: 7 Milliarden Euro, vollständig aus Eigenmitteln finanziert.
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Die Konsequenz für Aktionäre ist spürbar. Statt der 3,00 Euro je Aktie aus dem Vorjahr schlägt der Vorstand der Hauptversammlung am 17. April nur noch 0,75 Euro vor. Die Ausschüttungsquote sinkt damit von rund 50–55 Prozent auf knapp 10 Prozent. Ex-Tag ist der 22. April, Zahltag der 24. April 2026.
Polen als Belastung und Wachstumshebel zugleich
Die Erstkonsolidierung der Santander Bank Polska erfolgt mit dem Q1-Bericht am 30. April 2026 – und bringt erhebliche Einmaleffekte mit sich. Die CET1-Quote dürfte durch die Konsolidierung um rund 460 Basispunkte sinken. Hinzu kommen 180 Millionen Euro Integrationsaufwand, jährliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von rund 70 Millionen Euro nach Steuern sowie regulatorische Abgaben von insgesamt rund 450 Millionen Euro, vor allem in Ungarn und Rumänien.
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Das Rebranding von 485 Filialen und 1.400 Bankomaten auf „Erste Bank Polska“ soll im zweiten Quartal 2026 starten, die vollständige Integration ist auf etwa zwei Jahre angelegt.
Trotz dieser Belastungen formuliert das Management ambitionierte Ziele: Für 2026 peilt die Erste Group eine RoTE von rund 19 Prozent an und erwartet ein Gewinnwachstum je Aktie von mehr als 20 Prozent. Kreditvolumen, Zins- und Provisionsüberschuss sollen jeweils um mehr als 5 Prozent wachsen.
Der Jahresbericht erscheint morgen, am 13. März. Er dürfte die bekannten Eckdaten bestätigen. Die eigentliche Nagelprobe – wie stark Polen Ergebnis und Kapitalquoten tatsächlich beeinflusst – liefert der Q1-Bericht Ende April. Bis dahin steht die Aktie, die seit Jahresbeginn rund 8 Prozent im Minus liegt und aktuell deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 104,72 Euro notiert, unter dem Vorbehalt dieser offenen Rechnung.
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