Vor den anstehenden Zahlen zum dritten Quartal blicken Analysten vorsichtiger auf den weiteren Jahresverlauf des Brillen- und Optikkonzerns EssilorLuxottica. Gestern senkte die britische Investmentbank Barclays das Kursziel für den französisch-italienischen Konzern von 265 auf 260 Euro.

Die Einstufung beließ das Institut jedoch auf „Overweight“. Als wesentlichen Grund für die leichte Zielanpassung nannten die Experten eine erwartete Wachstumsverlangsamung in der zweiten Jahreshälfte 2026, bedingt durch eine anspruchsvollere Vorjahresbasis im Segment der tragbaren Elektronik.

Höhere Hürden im Wearables-Segment

Die Zurückhaltung bei den kurzfristigen Schätzungen trifft auf einen Titel, der an den Finanzmärkten bereits unter erheblichem Druck steht. Am gestrigen Mittwoch schloss das Papier bei 146,10 Euro, was seit Jahresanfang einem Minus von 46 Prozent entspricht.

Während die Wachstumsraten im Bereich der vernetzten Brillen in vorangegangenen Quartalen für deutliche Impulse gesorgt hatten, steigen nun die statistischen Hürden für das zweite Halbjahr 2026.

Die Anpassung durch Barclays reiht sich in vorsichtigere Stimmen am Markt ein. Bereits am 22. September reduzierte RBC Capital das eigene Kursziel von 230 auf 190 Euro, hielt aber an der Empfehlung „Outperform“ fest. Beide Häuser sehen trotz der reduzierten Kursmarken weiterhin deutliches Erholungspotenzial gegenüber dem aktuellen Bewertungsniveau, passen ihre Annahmen jedoch an das anspruchsvollere Vergleichsumfeld an.

Eigene Aktien und Produktpipeline

Parallel zu den Analysteneinschätzungen nutzt das Unternehmen das gedrückte Kursniveau für Transaktionen am Markt. Am Montag meldete EssilorLuxottica den Rückkauf von 74.083 eigenen Aktien, die am 21. September zu einem volumengewichteten Durchschnittspreis von 140,3289 Euro je Stück erworben wurden. Wenige Tage zuvor, am 18. September, hatte der Konzern bereits 287.000 Anteile zu durchschnittlich 139,2931 Euro je Titel zurückerworben.

Strategisch setzt das Management weiterhin auf Innovationen in beiden Kernbereichen: Technologie und klassische Augenoptik. Bei vernetzten Brillen erweiterten EssilorLuxottica und Meta vor gut einer Woche ihre Kooperation um eine neue Palette von Audio-KI-Brillen und die dritte Generation der Ray-Ban-Meta-Modelle. Bis zum Jahresende soll das Angebot mehr als 100 Stilvarianten umfassen.

Im medizinischen Segment legte der Konzern am 22. September zudem Sechs-Monats-Zwischenergebnisse einer klinischen Studie in China vor: Die Gläser Stellest 2.0 erzielten dort im Schnitt einen Behandlungseffekt von 0,51 Dioptrien bei der Verlangsamung des Fortschreitens von Myopie sowie 0,21 Millimeter bei der axialen Längenzunahme des Auges.