EssilorLuxottica ordnet die Führungsspitze neu. Leonardo Maria Del Vecchio ist zum 31. August aus seinen operativen Rollen ausgeschieden, darunter der Posten als Chairman der Marke Ray-Ban sowie die Funktion als Chief Strategy Officer. Der Konzern bestätigte den Schritt selbst.
Der Rückzug fällt in eine Phase, in der die Aktie unter Druck steht. Zum Schluss des Freitagshandels notierte das Papier bei 151,20 Euro, nur noch 1,5 Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Damit bewegt sich der Kurs seit Wochen am unteren Ende seiner Handelsspanne, was den Ausstieg eines Familienmitglieds aus dem Management zusätzlich in den Fokus rückt.
Aktienrückkauf soll Kurs stützen
Parallel zur personellen Umstellung hält EssilorLuxottica an seinem Rückkaufprogramm fest. Ein beauftragter Dienstleister soll bis zu fünf Millionen eigene Aktien erwerben, das Unternehmen bezeichnete den Schritt als Ausdruck des Vertrauens in die langfristige Wertschöpfung und die Perspektiven des Konzerns.
Solche Rückkäufe reduzieren rechnerisch die Zahl der im Umlauf befindlichen Anteile und sollen so kurstreibend wirken – bislang allerdings ohne durchschlagenden Erfolg, wie der anhaltende Abwärtstrend zeigt.
Zum aktuellen Stand des Grundkapitals hat der Konzern per 31. Juli offizielle Zahlen vorgelegt: 464.247.548 Aktien sind ausgegeben, davon entfallen 459.591.833 auf reale Stimmrechte ohne eigene Aktien. Diese Offenlegung ist Teil der regulatorischen Routine und liefert die Grundlage, auf der sich die Wirkung des Rückkaufprogramms bemessen lässt.
Armani-Nachfolge bleibt Nebenschauplatz
Reuters berichtete zudem über die Nachfolgeregelung bei Giorgio Armani, in dessen Testament EssilorLuxottica als einer der möglichen Käufer genannt wird. Dem Bericht zufolge ist der Brillenkonzern jedoch nur an einer kleinen Beteiligung interessiert und könnte sich dafür mit anderen Bietern zusammentun.
Eine strategische Neuausrichtung des Konzerns lässt sich daraus nicht ableiten, das Thema bleibt für Anleger von nachrangiger Bedeutung gegenüber den Personalveränderungen im eigenen Haus.
Was der Führungswechsel für Anleger bedeutet
Der Abgang Del Vecchios aus operativen Funktionen wirft die Frage auf, wie stabil die Führungsstruktur des Konzerns in einer ohnehin schwierigen Marktphase bleibt. Die Aktie hat allein in den vergangenen 30 Tagen 13 Prozent verloren, ein Hinweis darauf, dass Investoren die Unsicherheit rund um Management und Ausblick derzeit mit Vorsicht quittieren.
Ob der laufende Rückkauf und die neu geordnete Führungsriege ausreichen, um das Vertrauen zurückzugewinnen, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen, wenn sich die operative Entwicklung der Marken – allen voran Ray-Ban – unter der neuen Zuständigkeit einspielt.
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