Gemeinsam mit Meta Platforms hat der Brillenkonzern EssilorLuxottica am heutigen Donnerstag auf der Entwicklerkonferenz Meta Connect neue Modelle und Funktionen für seine KI-Brillen vorgestellt. Trotz der Ankündigungen geriet das Papier des französisch-italienischen Konzerns unter Druck. Im heutigen Handel verzeichnete die Aktie ein Minus von 2,1 Prozent auf 146,55 Euro.

Die Zusammenarbeit beider Unternehmen wird um zwei neue Fassungsstile namens Capri und Nova sowie um zwei Modelle erweitert, die in Kooperation mit der Künstlerin LISA entworfen wurden. Damit soll das Angebot an kameragestützten und vernetzten Modellen breiter aufgestellt werden.

Neue Softwarefunktionen und weltweiter Rollout

Auf der Softwareseite führen die Partner für den US-Markt den persönlichen Assistenten Muse ein. Dieser KI-Agent soll Aufgaben freihändig über die Brille abwickeln.

Ebenfalls exklusiv für die Vereinigten Staaten wurde eine Funktion zur Hörunterstützung angekündigt. Diese von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassene Software richtet sich an Erwachsene mit wahrgenommenem leichtem bis mittlerem Hörverlust. Das Feature soll noch in diesem Jahr gegen eine Einmalzahlung oder im Rahmen eines Abonnements freigeschaltet werden.

Gleichzeitig treiben die beiden Konzerne die internationale Verfügbarkeit voran. Das Sortiment der intelligenten Brillen soll in den kommenden Monaten auf zehn weitere Märkte ausgeweitet werden. Geplant ist der Marktstart unter anderem in Polen, Portugal, Israel und Südafrika sowie in asiatischen Ländern wie Thailand, Indonesien, Malaysia und den Philippinen.

Analysten blicken auf die zweite Jahreshälfte

Am Markt stießen die Neuigkeiten zunächst auf verhaltene Reaktionen. Medienberichten zufolge stufte ein Analyst der Citigroup die Produktvorstellungen als weitgehend erwartet ein. Das Analysehaus bleibt mit Blick auf das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2026 vorsichtig und verwies dabei auf anspruchsvolle Vergleichswerte aus dem Vorjahr. Dennoch beließ die US-Bank die Einstufung für den Titel auf „Buy“.

Mit dem aktuellen Kursabschlag setzt sich der schwächere Trend der vergangenen Monate fort. Seit dem Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie auf 46 Prozent.

Neben dem Ausbau der Technologiepartnerschaft meldete der Brillenhersteller am Dienstag zudem Zwischenergebnisse aus einer randomisierten klinischen Studie in China. Bei der sechsmonatigen Auswertung von Gläsern des Typs Essilor Stellest 2.0 gegen das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit bei Kindern wurden signifikante Behandlungseffekte erzielt.