Ethereum hat den Juli mit einem Kursplus von 20,3 Prozent abgeschlossen – der stärkste Monat seit einem Jahr. Trotzdem stehen in den Büchern drei aufeinanderfolgende Verlustquartale, eine Serie, die es in der Geschichte der Kryptowährung noch nie gegeben hat. Diese beiden Fakten passen nicht recht zusammen, und genau dieser Widerspruch prägt die Stimmung rund um ETH in diesen Tagen.
Nach dem Fed-Zinsentscheid am 30. Juli kletterte der Kurs kurzzeitig über 1.916 Dollar und eroberte damit die psychologisch wichtige Marke von 1.900 Dollar zurück. Der Schwung hielt nicht lange. Zum Wochenstart notiert Ethereum wieder bei rund 1.865 Dollar, nachdem Gewinnmitnahmen zum Monatsende und ein festerer Dollar den Kurs belasteten.
Institutionelles Geld fließt, der Kurs zögert trotzdem
Die US-Spot-ETFs verzeichneten im Juli Nettozuflüsse von 337,74 Millionen Dollar und übertrafen damit zeitweise sogar die Bitcoin-Produkte. Am Freitag zogen Anleger allerdings 70,62 Millionen Dollar wieder ab und beendeten damit eine Serie von fünf Zuflusstagen in Folge.
Auch einzelne Großinvestoren bleiben aktiv. BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes kaufte seit dem 15. Juli rund 7.213 ETH für knapp 13,9 Millionen Dollar zu einem Durchschnittspreis von 1.923 Dollar. Am 31. Juli bewegte eine einzelne Adresse zudem 40.000 ETH im Wert von 76,6 Millionen Dollar von einer Börse in eine private Wallet – ein Signal, das Marktbeobachter meist als langfristiges Halte-Interesse werten. Der Kurs reagierte auf diese Bewegung kaum.
Gegenüber Bitcoin steht Ethereum derweil so gut da wie seit drei Monaten nicht mehr: Das ETH/BTC-Verhältnis kletterte auf 0,02963, ein Plus von rund 10,5 Prozent binnen eines Monats. Der Anteil kleinerer Token am Gesamtmarkt schrumpfte im gleichen Zeitraum weiter – das Kapital konzentriert sich zunehmend auf die beiden größten Kryptowährungen.
Analysten uneins über die Richtung
Beim Kursziel gehen die Einschätzungen deutlich auseinander. Citi senkte seine Prognose Anfang Juli auf 2.240 Dollar, während Standard Chartered bis Jahresende weiterhin 4.000 Dollar für möglich hält. Diese Spanne spiegelt die gespaltene Einschätzung zum weiteren Verlauf wider.
Technisch bleibt die Lage angespannt: Der Widerstand liegt bei 1.950 Dollar, die Unterstützung bei 1.830 Dollar, der 100-Tage-Durchschnitt bei 1.970 Dollar. Das Glamsterdam-Upgrade, als wichtigster technischer Katalysator gehandelt, ist mittlerweile auf das dritte Quartal 2026 terminiert. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die Zone zwischen 1.830 und 1.950 Dollar hält oder ob der Kurs eine klare Richtung findet.
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