Euro erholt sich nach US-Inflationsdaten über 1,12 Dollar

Die Gemeinschaftswährung machte Verluste wett, während Frankreichs Haushaltsstreit und politische Spannungen den Euro weiter belasten.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Euro kletterte auf 1,1220 Dollar
  • Zwischentief bei 1,1113 Dollar erreicht
  • US-Erzeugerpreise stärkten den Dollar nicht
  • Frankreichs Haushaltsstreit belastet die Gemeinschaftswährung

Der Euro hat am Donnerstag seine Vortagesverluste wettgemacht und kletterte am Nachmittag auf 1,1220 US-Dollar. Zuvor war die Gemeinschaftswährung nach überraschend hohen US-Inflationsdaten auf ein Zwischentief von 1,1113 Dollar abgerutscht. Am Devisenmarkt setzte eine rasche Gegenbewegung ein, weil Investoren ihre Zinserwartungen an die US-Notenbank Fed trotz der Teuerung nicht weiter nach oben schraubten.

Die Furcht vor einer noch strafferen US-Geldpolitik hatte den Dollar am Mittwoch zunächst gestützt. Der Euro sank daraufhin auf den tiefsten Stand seit Mai 2025. Marktbeobachter werten die aktuelle Erholung als Beleg dafür, dass der Teuerungsschub die Zinsfantasie in den Vereinigten Staaten nur kurzzeitig anheizen konnte.

Erzeugerpreise verpuffen am Devisenmarkt

Selbst frische Preisdaten aus Übersee änderten am Donnerstag nichts mehr an dieser Erholung. Obwohl die US-Erzeugerpreise für den September unerwartet kräftig anzogen, blieb ein erneuter Kursschub für den Dollar aus. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1208 Dollar fest, nachdem er am Vortag bei 1,1195 Dollar gelegen hatte.

Dass der Devisenmarkt auf die jüngsten Inflationssignale kaum noch reagiert, spricht für eine vorläufige Beruhigung an der Zinsfront. Händler rechnen damit, dass die Fed ihre Zügel im Oktober vorerst nicht weiter anziehen wird, selbst wenn die US-Währungshüter ihren restriktiven Kurs grundsätzlich beibehalten dürften.

Belastungsfaktoren aus Frankreich

Trotz der Stabilisierung über der Marke von 1,12 Dollar sehen Marktbeobachter den Euro keineswegs in einem dauerhaften Aufwärtstrend. Neben den Vorgaben aus Übersee belasten vor allem die innenpolitischen Spannungen und die ungelöste Haushaltslage in Frankreich die Gemeinschaftswährung.

In Paris ist in der Nationalversammlung die Debatte über den Etat gestartet, die sich bis zum Jahresende hinziehen dürfte. Bereits am ersten Tag versuchte die Opposition, die Verhandlungen zu blockieren. Vor dem Wochenende droht zudem eine Verschärfung von Studentenprotesten, was den Druck auf die französische Regierung und damit auf den Euro hoch halten dürfte.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.