Enttäuschende Stimmungsdaten aus dem Euroraum haben die Gemeinschaftswährung spürbar unter Druck gesetzt. Zeitweise fiel der Kurs am Dienstag bis auf 1,1333 Dollar – der tiefste Stand seit Ende Juni. Dass der Euro die Verluste am Nachmittag eingrenzen und sich wieder auf 1,1345 Dollar erholen konnte, lag an überraschend schwachen Verbraucherdaten aus den USA.
Trübe Stimmung belastet die Eurozone
Verantwortlich für den zwischenzeitlichen Rücksetzer war ein Dämpfer beim Wirtschaftsklima der Währungsunion. Der von der EU-Kommission ermittelte Stimmungsindikator Economic Sentiment Indicator sank im September um 0,5 Punkte auf 97,9 Zähler. Volkswirte hatten im Monatsvergleich eigentlich mit einem weiteren Zuwachs gerechnet.
Hauptursache für den Rückgang war eine spürbare Verschlechterung des Konsumklimas bei den privaten Haushalten. Die Europäische Zentralbank setzte den offiziellen Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1355 Dollar fest, nach 1,1378 Dollar am Vortag. Der US-Dollar kostete damit 0,8806 Euro.
Pessimismus in den USA fängt Kursrutsch auf
Eine anhaltende Talfahrt des Euro verhinderten letztlich Signale aus Übersee. In den Vereinigten Staaten brach das Verbrauchervertrauen im September ein und fiel auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren.
Vor allem anhaltend hohe Ausgaben für Waren und Dienstleistungen belasten das Budget der US-Bürger, insbesondere bei Öl und Gas. Nach Einschätzung von Dana Peterson, Chefvolkswirtin des Forschungsinstituts Conference Board, beurteilen die Verbraucher die weiteren Aussichten der weltweit größten Volkswirtschaft mittlerweile mehrheitlich pessimistisch.
Der schwächere Dollar verlieh anderen Anlageklassen etwas Rückenwind. Eine Feinunze Gold verteuerte sich um rund 49 Dollar auf 4.165 Dollar. Solange belastbare Zeichen einer konjunkturellen Belebung im Euroraum ausbleiben, bestimmen vor allem die Konjunkturdaten der beiden Notenbankräume den Wechselkurs.


