Der Euro hat am Mittwoch spürbar nachgegeben und ist erstmals seit Ende Juli unter die Marke von 1,14 US-Dollar gerutscht. Ursache dafür ist eine doppelte Stärkung der US-Währung: Wieder anziehende Ölpreise heizen die Inflationssorgen an, während überraschend solide Wirtschaftsdaten Spekulationen über eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve befeuern.
Vom Morgen an ging es mit dem Kurs stetig bergab. Im US-Handel fiel der Euro schließlich auf ein Zwischentief von 1,1370 Dollar, bevor er sich bei 1,1387 Dollar stabilisierte. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor mit 1,1411 Dollar ebenfalls deutlich tiefer als am Vortag festgesetzt.
Teureres Öl befeuert Zinserwartungen
Dahinter steht ein verändertes Zinsbild zwischen den USA und dem Euroraum. Während die Energiepreise in den vergangenen Handelstagen tendenziell gesunken waren und für Beruhigung gesorgt hatten, zogen die Notierungen am Rohölmarkt zuletzt wieder an. Das nährt Befürchtungen, dass die Inflation hartnäckiger bleiben könnte als erhofft.
Parallel dazu lieferten aktuelle Stimmungsdaten aus Übersee neue Argumente für eine straffe Geldpolitik. Im September verbesserte sich das Stimmungsbarometer der amerikanischen Einkaufsmanager von S&P Global überraschend – sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern. Eine robuste US-Wirtschaft verringert den Druck auf die US-Notenbank, geldpolitische Lockerungen in Betracht zu ziehen.
Fester Dollar belastet auch Gold
Die Dollar-Stärke strahlte zur Wochenmitte prompt auf andere Anlageklassen ab. Die Feinunze Gold verbilligte sich um rund 76 Dollar auf 4.284 Dollar. Für den Währungsmarkt zeichnet sich ab, dass der Euro ohne eine spürbare Abkühlung der US-Wirtschaft oder nachlassende Rohstoffpreise vorerst in der Defensive verharren dürfte.


