Euro gibt Vortagsgewinne nach US-Wahlen wieder ab

Schwache Marktimpulse aus Deutschland und geopolitische Unsicherheit begleiteten den Rückgang der Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Euro verliert einen Großteil jüngster Zuwächse
  • Referenzkurs sinkt auf 1,1224 Dollar
  • Deutsche Industrie erhält mehr Aufträge
  • Nahostkonflikt beeinflusst Währungsmärkte weiterhin

Der Aufschwung nach den US-Parlamentswahlen währte für die europäische Gemeinschaftswährung nur kurz. Am Donnerstag fiel der Euro im Handel wieder zurück und gab einen Großteil seiner jüngsten Zuwächse gegenüber dem US-Dollar ab. Marktteilnehmer nahmen nach dem Wahlerfolg der US-Demokraten Gewinne mit, während neue Konjunkturdaten aus Deutschland nicht für zusätzliche Dynamik sorgten.

Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1217 Dollar, nachdem sie im frühen Handel noch spürbar höher gelegen hatte. Die Europäische Zentralbank setzte den offiziellen Referenzkurs auf 1,1224 Dollar fest, nach 1,1267 Dollar am Vortag.

Deutsche Industriedaten ohne Marktwirkung

Die am Donnerstag veröffentlichten deutschen Industriedaten änderten an diesem Trend wenig. Die Betriebe verzeichneten im September zwar mehr Aufträge und glichen damit den schwachen Vormonat teilweise aus, bewegten den Devisenmarkt jedoch kaum. Volkswirte hatten diese Entwicklung weitgehend in diesem Rahmen erwartet.

Analyst Marc Schattenberg von der Deutschen Bank bezeichnete den Zuwachs als Lichtblick für das Verarbeitende Gewerbe, getragen vor allem von mehr Bestellungen in der Automobilindustrie. Schattenberg verwies auf das vorhandene Auftragspolster in vielen Industriezweigen und sieht darin das Fundament für eine baldige Erholung der deutschen Industrie gelegt. Für den Devisenmarkt reichte diese Perspektive kurzfristig allerdings nicht aus, um der Gemeinschaftswährung neuen Auftrieb zu verleihen.

Währungsmärkte blicken auf Geopolitik

Parallel dazu fand auch das britische Pfund trotz einer Zinserhöhung keinen Halt. Die Bank of England hob ihren Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf 4,00 Prozent an. Notenbankchef Andrew Bailey betonte jedoch, dass dieser Schritt weder der Beginn einer langen Straffungsserie noch zwangsläufig das Ende sei. Solange der Konflikt im Nahen Osten ungelöst bleibe, hänge das künftige Vorgehen direkt vom weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen rund um den Iran ab.

Die Devisenmärkte bleiben damit im Spannungsfeld zwischen der veränderten politischen Mehrheitslage in Washington und den geopolitischen Belastungen im Nahen Osten. Während die Niederlage der US-Republikaner dem Euro nur eine kurze Atempause verschaffte, richtet sich der Blick der Händler nun darauf, ob die Auftragseingänge der Industrie im Herbst ausreichen, um den wirtschaftlichen Boden in der Eurozone nachhaltig zu festigen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.