Die Gemeinschaftswährung findet nach unruhigen Tagen wieder festen Boden unter den Füßen. Am Freitagmorgen notierte der Euro bei 1,1224 US-Dollar und baute damit die Erholung des Vortags aus. Am Vortag war die Gemeinschaftswährung zeitweise noch unter die psychologisch wichtige Schwelle gerutscht. Eine vorläufige Beruhigung am europäischen Rentenmarkt verschafft dem Kurs nun die nötige Atempause.
Anspannung in Paris belastet weiterhin
Zuletzt hatte vor allem der französische Anleihemarkt für Verunsicherung im Währungsraum gesorgt. Zweifel an der Schuldentragfähigkeit und die politische Lage in Paris drückten spürbar auf die Stimmung der Marktteilnehmer. Die daraus resultierende Nervosität griff zwischenzeitlich auch auf andere Staaten der Eurozone über.
Ausgestanden sind die strukturellen Probleme noch nicht. Zwar blieb eine weitere Ausweitung der Zinsabstände zuletzt aus. Allerdings rentieren französische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit immer noch rund 140 Basispunkte oberhalb vergleichbarer Bundesanleihen. Dieser Zinsaufschlag bewegt sich im historischen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau.
US-Konsumklima rückt in den Mittelpunkt
Auf der anderen Seite des Atlantiks fehlen vor dem Wochenende harte Konjunkturdaten. Die Aufmerksamkeit verlagert sich deshalb auf das Konsumklima der Universität Michigan. Das Stimmungsbarometer gibt Aufschluss über die Verfassung der US-Privathaushalte.
Deren Konsumausgaben treiben rund zwei Drittel der gesamten US-Wirtschaft an. Weil hohe Benzin- und Dieselpreise die Budgets belasten, rechnen Beobachter mit gedämpften Erwartungen. Ein unverändert niedriges Niveau des Konsumklimas könnte den Dollar am Nachmittag bremsen und dem Euro zusätzlichen Halt geben.


