Euro steigt nach Talfahrt wieder über 1,12 Dollar

Aussagen eines US-Notenbankers begrenzen Zinserwartungen für 2027 und geben dem Euro im Handel Auftrieb.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Euro klettert auf 1,1201 Dollar
  • Zuvor erstmals unter 1,12 Dollar
  • Williams hält 2027 keinen Zinsschritt für nötig
  • Frankreichs Staatsfinanzen belasteten die Gemeinschaftswährung

Nach wochenlangem Abwärtstrend fasst die europäische Gemeinschaftswährung wieder Tritt. Am Dienstag kletterte der Euro im US-Handel auf 1,1201 Dollar und überwand damit wieder eine wichtige runde Marke. Den Impuls für die Erholung lieferten Signale aus den Reihen der US-Notenbank, die den Zinserwartungen an den Dollar engere Grenzen setzten.

Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung. In den vorangegangenen Wochen hatte die Währung spürbar nachgegeben. In der vergangenen Woche war der Kurs erstmals seit rund eineinhalb Jahren unter das Niveau von 1,12 Dollar gerutscht.

Seit Beginn des jüngsten Trends im September verlor die Gemeinschaftswährung rund vier bis fast fünf Cent. Der Verkaufsdruck rührte aus zwei Richtungen: Spekulationen über weiter steigende Zinsen in den USA trieben den Dollar an. Parallel dazu belasteten Sorgen um die Staatsfinanzen Frankreichs den Euro.

Fed-Geldpolitiker dämpft Zinserwartungen

Die Wende im Tagesverlauf brachten Äußerungen aus den Vereinigten Staaten. John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank von New York, steckte klarere Grenzen für die Geldpolitik ab. Zwar hält er in diesem Jahr wegen der hohen Teuerung noch eine weitere Zinserhöhung für angemessen. Für das Jahr 2027 hält der Währungshüter jedoch keinen erneuten Zinsschritt mehr für notwendig.

Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag zuvor auf 1,1188 Dollar festgesetzt, nach 1,1181 Dollar am Vortag. Der Dollar kostete damit 0,8938 Euro.

Für den weiteren Verlauf am Devisenmarkt gewinnt die Zinsdebatte in den USA damit an Gewicht. Sollte sich die Erwartung durchsetzen, dass im laufenden Jahr lediglich noch eine einzige Anhebung folgt und der Zinszyklus danach ausläuft, verliert der Dollar einen wesentlichen Treiber seiner jüngsten Stärke.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.