Euro steigt trotz schwacher deutscher Konjunkturdaten

Hoffnungen auf Vermittlung im Iran-Krieg stützten den Euro, während deutsche Konjunkturerwartungen nachgaben.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Euro notierte bei 1,1246 US-Dollar
  • ZEW-Erwartungen sanken erstmals seit fünf Monaten
  • Niedrige Flusspegel störten Lieferketten
  • Brent erreichte höchsten Stand seit fünf Monaten

Eintrübende Stimmung in der deutschen Wirtschaft, aber eine anziehende Gemeinschaftswährung: Am Dienstagnachmittag notierte der Euro bei 1,1246 US-Dollar und damit fester als am Vorabend. Den Ausschlag gaben vor allem außenpolitische Signale aus dem Nahen Osten, die schwache heimische Konjunkturdaten in den Hintergrund drängten.

Stimmungsdämpfer für die deutsche Wirtschaft

Dabei fielen die Signale aus den Unternehmen ernüchternd aus. Die ZEW-Konjunkturerwartungen verschlechterten sich erstmals seit fünf Monaten wieder, wobei der Rückgang überraschend deutlich ausfiel. An der monatlichen Umfrage hatten sich 178 Fachleute aus der Finanzbranche beteiligt.

Der wirtschaftliche Aufschwung trage sich derzeit nicht von selbst, betonte ZEW-Präsident Achim Wambach. Hohe Energiepreise drücken demnach die Realeinkommen, verteuern die Produktion und halten die Teuerung länger auf einem erhöhten Niveau. In der Folge blieben sowohl der private Konsum als auch unternehmerische Investitionen gedämpft.

Verteuerte Kredite und Lieferengpässe

Nachdem die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal kaum vorangekommen ist, fehlt es auch im Schlussquartal an neuem Schwung. Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank begründete die verhaltene Entwicklung unter anderem mit gestiegenen Kapitalmarktzinsen, die langfristige Unternehmensfinanzierungen spürbar verteuern. Niedrige Pegelstände auf den deutschen Flüssen führten parallel dazu zu Unterbrechungen in den Lieferketten.

Vor diesem Hintergrund verloren auch Preisdaten ihre marktbestimmende Kraft. Zwar zogen die deutschen Erzeugerpreise im September infolge teurer Energie kräftig an, frische Impulse für den Devisenmarkt blieben jedoch aus.

Geopolitische Hoffnung stützt den Kurs

An den Rohstoffmärkten kletterte der Preis für Brent-Rohöl zeitweise über 110 Dollar je Barrel auf den höchsten Stand seit fünf Monaten. Auslöser waren Sorgen vor Angriffen auf Öltanker in der Straße von Hormus.

Am Devisenmarkt überwogen am Ende andere Faktoren. Vage Hoffnungen auf Vermittlungsbemühungen durch Katar und Pakistan zur Beilegung des Iran-Kriegs verliehen der europäischen Währung Auftrieb. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1215 Dollar fest.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.