Der Euro gerät zu Beginn der Woche unter Verkaufsdruck. Am Montagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1216 US-Dollar und handelte damit schwächer als vor dem Wochenende. Ursache für die Verschiebung ist vor allem der Ölmarkt: Anhaltend hohe Notierungen fachen Inflationssorgen an und verändern das Zinsgefüge zugunsten der US-Währung.
Uneinheitliche Belastung durch Energiekosten
Ein Anstieg der Energiepreise trifft die beiden großen Wirtschaftsräume ungleich. Die Eurozone ist in hohem Maße auf Energieimporte angewiesen. Für die USA hingegen sind teurere fossile Brennstoffe ökonomisch spürbar weniger belastend. Dieser fundamentale Unterschied wirkt sich unmittelbar auf den Devisenmarkt aus.
Entscheidend für die Kurse bleibt das Verhalten der Notenbanken. Reagiert die Federal Reserve auf den zusätzlichen Teuerungsdruck entschlossener als die Europäische Zentralbank, steigen die relativen Zinserwartungen zugunsten der US-Währung. Höhere Renditeaussichten in den USA ziehen Kapital an und setzen die europäische Gemeinschaftswährung unter Abgabedruck.
Rohstoffnotierungen bestimmen das Geschehen
Die Europäische Zentralbank setzte den offiziellen Referenzkurs am Montag auf 1,1225 Dollar fest, nach 1,1253 Dollar am Freitag. Ein Dollar kostete damit 0,8909 Euro.
Parallel dazu suchen die Märkte nach einer klaren Richtung beim Rohöl. Am vergangenen Freitag waren die Ölpreise kräftig geklettert. Zum Start in die neue Woche gaben die Notierungen zwar etwas nach, verharren jedoch auf einem erhöhten Niveau. Treibender Faktor bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten.
Auch andere Anlageklassen spürten diese Zurückhaltung. Die Feinunze Gold verbilligte sich um rund 17 Dollar auf 4.148 Dollar.
Für richtungweisende Impulse aus der Realwirtschaft fehlen zu Wochenbeginn die Signale. Wichtige Konjunkturdaten aus dem Euroraum oder den USA stehen am Montag nicht an, weshalb die geopolitische Lage und die Ölnotierungen den Takt an den Währungsmärkten vorgeben.


