European Lithium hat am heutigen Donnerstag bei der australischen Börse ASX die Zulassung von 193.019 neuen, voll eingezahlten Stammaktien beantragt. Die Papiere entstehen aus der Ausübung von Wandelinstrumenten – ein routinemäßiger, aber für Anleger relevanter Vorgang, weil er die geplante Fusion mit dem Nasdaq-Konzern Critical Metals Corp weiter vorbereitet.

Die Aktie reagierte am Markt mit einem Minus von 3,7 Prozent auf 0,1828 Euro. Damit setzt sich eine Konsolidierung fort, die den Kurs mittlerweile 40 Prozent unter das 52-Wochen-Hoch von 0,3055 Euro gedrückt hat. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz mit einem Plus von 102 Prozent seit Jahresbeginn dennoch deutlich positiv.

Fusion mit Critical Metals bleibt auf Kurs

Im Zentrum der laufenden Umstrukturierung steht die für das zweite Halbjahr 2026 angepeilte Vollverschmelzung von European Lithium in den Nasdaq-gelisteten Critical Metals Corp. Das Vorhaben hängt noch von Aktionärsabstimmungen und der Zustimmung australischer Gerichte ab.

Anfang Juli hatten beide Unternehmen eine Änderungsvereinbarung geschlossen, die den Mechanismus der Fusion anpasst und eine sogenannte Sale Facility für Aktionäre mit kleinen Beständen einführt – eine Erleichterung für Kleinanleger, die ihre Anteile im Zuge des Zusammenschlusses nicht behalten wollen.

Kernstück der Transaktion bleibt das Tanbreez-Projekt für Seltene Erden in Grönland, das Critical Metals über die vergangenen Monate schrittweise konsolidiert hat.

Die grönländische Regierung hatte im April die indirekte Übertragung der Bergbaulizenz für das Projekt genehmigt, nachdem Critical Metals seinen Anteil an Tanbreez Mining durch den Erwerb eines 50,5-Prozent-Pakets von Rimbal auf 92,5 Prozent ausgebaut hatte. Diese Schritte legten im Frühjahr das rechtliche Fundament, auf dem die jetzige Fusionsphase aufbaut.

Gegenwind aus der Lithium-Branche

Während sich European Lithium auf den Zusammenschluss vorbereitet, zeigt sich an anderer Stelle der europäischen Rohstoffkette Ernüchterung. Die José de Mello Group hat Pläne für eine 492 Millionen Euro teure Lithium-Raffinerie im portugiesischen Estarreja gestoppt.

Als Gründe nannte der Entwickler unzureichendes Kundeninteresse und eine schwache Marktlage in der europäischen Lieferkette für Elektrofahrzeuge. Der gestrichene Großprojekt unterstreicht, wie verhalten die Nachfrageaussichten für Lithium-Verarbeitung in Europa derzeit ausfallen – ein Kontrast zu der Seltene-Erden-Strategie, auf die European Lithium über die Fusion mit Critical Metals nun setzt.

Für die Aktie von European Lithium bleibt damit die Fusionsgeschichte der entscheidende Treiber. Kurzfristige Kursschwankungen wie die heutige Bewegung wirken vor diesem Hintergrund eher wie Anpassungen an ein volatiles Umfeld – die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 91 Prozent – als wie eine Neubewertung der strategischen Ausrichtung.

Anleger dürften ihren Blick nun auf die anstehenden Aktionärsabstimmungen und die gerichtliche Prüfung in Australien richten, die über den endgültigen Vollzug der Fusion im zweiten Halbjahr entscheiden.