European Lithium hat bei der australischen Börse ASX die Zulassung von 193.019 neuen, voll eingezahlten Stammaktien beantragt. Die Papiere entstehen aus der Ausübung beziehungsweise Wandlung bestehender Optionen oder anderer wandelbarer Instrumente, wie Medienberichten zufolge am Freitag bekannt wurde. Es handelt sich um einen vergleichsweise kleinen, rein technischen Vorgang, der jedoch im Kontext der laufenden Übernahme durch Critical Metals Corp. Bedeutung erhält.

Kapitalstruktur vor dem Stichtag der Fusion

Jede zusätzliche Aktie verändert die Basis, auf der später der Umtauschverhältnis zwischen European-Lithium- und Critical-Metals-Papieren berechnet wird.

Zwar bewegt sich die beantragte Stückzahl im Vergleich zur gesamten Marktkapitalisierung von rund 405,61 Millionen Euro im niedrigen Bereich, doch solche Nachmeldungen sind in der Übernahmephase üblich: Optionsinhaber sichern sich vor dem Vollzug der Transaktion ihre Ansprüche, um am vereinbarten Austauschmechanismus teilzunehmen.

Dieser Mechanismus selbst war erst vor wenigen Wochen überarbeitet worden. Seit der Anpassung Mitte August gilt statt eines festen Tauschverhältnisses eine variable Quote zwischen 0,025 und 0,045 Critical-Metals-Aktien pro European-Lithium-Aktie, gekoppelt an den 20-Tage-Volumenschnitt der Critical-Metals-Aktie. Je mehr neue European-Lithium-Aktien vor dem Stichtag entstehen, desto genauer muss dieser Umrechnungsschlüssel am Ende justiert werden.

Fusionsfahrplan bleibt unverändert

Der eigentliche Übernahmeprozess läuft nach Plan weiter. Nach der Einreichung des Entwurfs des Scheme Booklet bei der australischen Börsenaufsicht ASIC am vergangenen Freitag steht als nächster formaler Schritt die erste Gerichtsanhörung vor dem Supreme Court of Western Australia am 15. September 2026 an.

Bestätigt das Gericht den weiteren Zeitplan, sollen die entscheidenden Scheme Meetings der Aktionäre Mitte Oktober 2026 stattfinden. Der Vollzug der Transaktion, bei der Critical Metals sämtliche ausstehenden Aktien von European Lithium übernimmt, ist weiterhin für Anfang November 2026 vorgesehen – vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären, Optionsinhabern und Gericht.

Der Aktienkurs hat die jüngsten Nachrichten mit Zurückhaltung aufgenommen: Nach dem Sprung im Zuge der Ankündigung der neuen Umtauschmechanik Mitte August gab das Papier zuletzt wieder nach und notiert aktuell bei 0,2175 Euro, nach einem Rückgang von 1,8 Prozent am heutigen Handelstag.

Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 3,3 Prozent zu Buche – ein Abkühlen nach der vorangegangenen Rally, die den Titel binnen zwölf Monaten um 312 Prozent nach oben trieb.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, wie stabil der Zeitplan bis zur Gerichtsanhörung Mitte September hält. Die formalen Schritte – von der ASIC-Prüfung über die Aktienzulassung bis zur Gerichtsentscheidung – laufen bislang ohne größere Verzögerungen. Verschiebungen im Ablauf würden angesichts der volatilen Kursentwicklung unmittelbar Aufmerksamkeit auf sich ziehen.