European Lithium steckt mitten im Übernahmeprozess durch Critical Metals Corp, und der nächste wichtige Termin rückt näher: Mitte Oktober sollen die Scheme Meetings stattfinden, bei denen Aktionäre und Optionsinhaber über den Zusammenschluss abstimmen. Unmittelbar davor ist am selben Tag eine ordentliche Hauptversammlung der Aktionäre angesetzt.
Die Aktie schloss am Montag bei 0,2220 Euro, nach einem Rückgang von 3,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit bewegt sich der Kurs weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,1753 Euro, ein Abstand von 27 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 0,3055 Euro, das am 2. Juni erreicht wurde, fehlen der Aktie derzeit 27 Prozent.
Fahrplan bis zum Vollzug
Die Einreichung des Scheme Booklets bei der australischen Aufsichtsbehörde ASIC am vergangenen Donnerstag hatte den Weg für den nächsten formalen Schritt geebnet, seither hat die Aktie um 2,4 Prozent nachgegeben.
Am 15. September steht die erste Gerichtsanhörung an, terminiert auf 9:15 Uhr australischer Westküstenzeit. Erst danach können die für Oktober vorgesehenen Scheme Meetings stattfinden, bei denen die eigentliche Abstimmung über die Transaktion erfolgt.
Der Zeitplan sieht vor, dass die Übernahme vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären, Optionsinhabern und Gericht Anfang November vollzogen wird. Vor rund zwei Wochen war die Fusionsvereinbarung bereits angepasst worden: Aktionäre mit 50.000 oder weniger European-Lithium-Aktien beziehungsweise Optionen erhielten die Möglichkeit, über eine Verkaufsfazilität Bargeld statt Critical-Metals-Aktien zu wählen.
Zudem wurde die ursprünglich vorgesehene Struktur über sogenannte CHESS Depositary Interests zugunsten einer direkten Aktienausgabe verworfen. Seit dieser Anpassung notiert die Aktie um 1,6 Prozent niedriger. European-Lithium-Aktionäre sollen nach Abschluss der Transaktion rund 41 Prozent am gemeinsamen Unternehmen halten.
Schwacher Lithiummarkt als Belastung
Während der Übernahmeprozess formal weiter voranschreitet, bleibt das Marktumfeld für Lithium angespannt. Der Spotpreis für Lithium fiel am Freitag auf 152.000 Yuan pro Tonne, ein Rückgang von 2,56 Prozent gegenüber dem Vortag. Berichten zufolge war Lithiumcarbonat im August bereits auf 140.000 Yuan gefallen, den niedrigsten Stand seit fast einem halben Jahr, da schwache Nachfrageaussichten auf ein gestiegenes globales Angebot trafen.
Zusätzlichen Gegenwind liefert eine steuerliche Änderung in China: Ab September gilt dort eine Steuer von 2 Prozent auf Lithiumbatterien, die 2027 auf 4 Prozent steigen soll. Damit endet eine jahrzehntelange Befreiung, was die Kostenstruktur der Branche belasten dürfte.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Der Übernahmeprozess selbst läuft nach Fahrplan, mit der Gerichtsanhörung am 15. September als nächstem konkreten Meilenstein.
Gleichzeitig drückt die schwache Preisentwicklung am Lithiummarkt auf die Stimmung, ohne dass sich dies bislang auf einzelne Handelstage eindeutig zurückführen lässt. Die Volatilität der Aktie bleibt mit 88 Prozent auf 30-Tage-Sicht entsprechend hoch, während der RSI von 56,7 auf eine neutrale Marktlage hindeutet.
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