Nach einer beispiellosen Kursrallye holt die Realität European Lithium ein. Der Preisverfall am Rohstoffmarkt trifft auf blockierte Genehmigungen und eine Untersuchung der Börsenaufsicht. Parallel dazu tickt die Uhr für die geplante US-Fusion.
Am Dienstag rutschte das Papier um über neun Prozent auf 0,23 Euro ab. Damit summiert sich der Wochenverlust auf knapp 22 Prozent. Auslöser ist der schwächelnde Lithiummarkt in China. Dort fielen die Preise für Lithiumcarbonat auf den tiefsten Stand seit fast zwei Monaten.
Produzenten fahren ihre stillgelegten Kapazitäten wieder hoch. So nimmt etwa Mineral Resources den Betrieb in der Bald-Hill-Mine nach langer Pause wieder auf. Die Folge: Die Lagerbestände in China erreichen Rekordniveaus. Das drückt massiv auf die Margen der gesamten Branche.
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Hürden in Grönland und Österreich
Abseits der Rohstoffpreise blockieren regulatorische Hürden das operative Geschäft. Für das Tanbreez-Projekt in Grönland fehlt weiterhin die Betriebsgenehmigung. Diese ist zwingend nötig, um eine geplante Gesteinsprobe von 150 Tonnen zu fördern. Das Material enthält schwere Seltene Erden wie Terbium.
Auch in Österreich stockt der Fortschritt. Ein Gericht kippte eine wichtige Genehmigung für das Wolfsberg-Projekt, weshalb die Behörden den Fall neu aufrollen. Erschwerend kommt eine Untersuchung der australischen Börsenaufsicht ASX hinzu. Sie prüft mögliche Verstöße gegen Publizitätspflichten. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.
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Zeitplan für die Fusion wird eng
Diese Baustellen treffen European Lithium zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Noch im Juni muss der Entwurf für die Übernahme durch Critical Metals Corp eingereicht werden. Finanziell ist das Unternehmen gerüstet. Durch Aktienverkäufe stiegen die Barreserven auf rund 356 Millionen australische Dollar. Das übertrifft die geforderte Mindestsumme deutlich.
Allerdings änderte das Management die Struktur des Deals. Aktionäre erhalten nun direkte Nasdaq-Aktien von Critical Metals statt australischer Hinterlegungsscheine. Das Umtauschverhältnis bleibt bei 0,035 Anteilen pro European-Lithium-Aktie. Für australische Privatanleger ohne US-Brokerzugang schafft dieser Wechsel jedoch praktische Probleme.
Der weitere Fahrplan steht fest. Im Juli folgt die erste gerichtliche Anhörung zur Fusion. Die finale Abstimmung der Aktionäre ist für das dritte Quartal angesetzt. Bis dahin muss das Management die operativen Blockaden lösen, um den massiven Kursgewinn von fast 790 Prozent auf Jahressicht abzusichern.
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