European Lithium erholt sich am Montag deutlich. Die Aktie legt um 5,67 Prozent auf 0,1640 Euro zu. Der Sprung folgt auf Wochen schwerer Verkäufe und fällt zeitlich mit neuen Geschäftszahlen sowie handfesten Fortschritten in Grönland zusammen.

Verkauf der CRML-Anteile füllt die Kasse

Der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 zeigt eine völlig veränderte Bilanz. European Lithium meldet eine Kassenposition von 296,3 Millionen Dollar. Im Vorjahr standen dort nur 20 Millionen australische Dollar.

Der Sprung kommt nicht aus dem operativen Geschäft. European Lithium hat Anteile am Nasdaq-Partner Critical Metals Corp verkauft und damit die Liquidität massiv aufgestockt.

Parallel zur finanziellen Wende macht das Unternehmen auch operativ Tempo. In Qaqortoq im Süden Grönlands hat der Bau einer Mehrzweckanlage begonnen. Das Projekt umfasst ein Lagerhaus, ein Labor vor Ort und eine Pilotanlage – alles ausgerichtet auf die Entwicklung des Seltene-Erden-Projekts Tanbreez.

Übernahme sichert lokales Know-how

Critical Metals Corp, an dem European Lithium weiterhin einen bedeutenden Anteil hält, hat den grönländischen Bau- und Bergbaudienstleister 60 Degree North A/S übernommen. Das Unternehmen bringt lokale Expertise und Ausrüstung mit. Das soll die Logistik für die kommenden Ausbauphasen erleichtern.

Die grönländische Regierung hat zudem die Übertragung der restlichen 50,5 Prozent an Tanbreez auf Critical Metals genehmigt. Damit steigt der Anteil von Critical Metals auf 92,5 Prozent. Die Konsolidierung des Projekts kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Sie fällt in die heiße Phase der geplanten Fusion zwischen European Lithium und dem Nasdaq-Partner.

Fusion mit Critical Metals rückt näher

Trotz des heutigen Kurssprungs bleibt die Aktie unter Druck. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Verlust von über 30 Prozent, der aktuelle Kurs liegt knapp unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,1645 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 81 Prozent.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht jetzt das sogenannte „Scheme Booklet“. Das Dokument soll Anfang August 2026 an die Aktionäre gehen und enthält einen unabhängigen Prüfbericht zur Fairness der Fusion mit Critical Metals – eine Pflichtvorgabe nach australischem Recht.

Stimmen Aktionäre und Gericht zu, tauschen Anleger jede European-Lithium-Aktie gegen 0,035 CRML-Aktien. Der Abschluss der Transaktion ist für September 2026 angesetzt.