European Lithium hat den Entwurf des Scheme Booklet bei der australischen Börsenaufsicht ASIC eingereicht. Damit rückt die geplante vollständige Übernahme durch Critical Metals Corp einen wichtigen Schritt näher. Eine erste Gerichtsanhörung ist für den 15. September angesetzt.

Die Aktie reagierte zuletzt mit Kursgewinnen auf die Entwicklungen rund um die Fusion: Über 30 Tage steht ein Plus von 43 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Aktuell notiert das Papier bei 0,2215 Euro und damit 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3055 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 0,1999 Euro besteht weiterhin ein Aufschlag von 11 Prozent.

Neuer Zeitplan für die Fusion

European Lithium hat einen aktualisierten Zeitplan für den Zusammenschluss veröffentlicht. Die Versammlungen der Aktionäre und Optionsinhaber sollen nun Mitte Oktober stattfinden, die endgültige Umsetzung ist für Anfang November vorgesehen. Damit verschiebt sich der Ablauf gegenüber dem ursprünglichen Zieltermin im September.

Die Übernahmebedingungen selbst hatten die Unternehmen bereits Mitte August angepasst. Statt eines festen Umtauschverhältnisses von 0,035 CRML-Aktien je European-Lithium-Anteil gilt nun ein variables Verhältnis auf Basis des 20-Tage-Volumen-gewichteten Durchschnittskurses der CRML-Aktie.

Ein „Cap-and-Collar“-Mechanismus begrenzt die Bandbreite: Liegt der VWAP bei oder unter 8 US-Dollar, greift eine Obergrenze von 0,045 CRML-Aktien; bei einem VWAP von 16 US-Dollar oder mehr sinkt das Verhältnis auf 0,025 CRML-Aktien. European Lithium geht davon aus, dass die eigenen Aktionäre nach Vollzug der Transaktion rund 38 Prozent am kombinierten Unternehmen halten werden.

Aktienpaket an Critical Metals als Vermögenswert

European Lithium hält aktuell 45.536.338 Aktien an Critical Metals Corp, was einem Anteil von rund 31 Prozent am Nasdaq-notierten Unternehmen entspricht. Dieses Paket war zum 14. August nach Unternehmensangaben rund 303,3 Millionen US-Dollar beziehungsweise 429,1 Millionen australische Dollar wert.

Critical Metals Corp wiederum bestätigte, dass eine erfolgreiche Übernahme von European Lithium auch dazu führen würde, dass Critical Metals seinen Anteil am Tanbreez-Seltene-Erden-Projekt in Grönland auf 100 Prozent aufstocken kann.

Wolfsberg-Projekt verzögert sich

Abseits der Fusionsdetails belastet eine Entwicklung beim Kernprojekt von European Lithium die operative Story: Die finale Investitionsentscheidung für das Lithiumprojekt Wolfsberg in Österreich verschiebt sich mindestens bis Ende 2026. Grund ist ein Rückschlag vor Gericht – ein österreichisches Bundesverwaltungsgericht hatte eine zentrale Umweltgenehmigung aufgehoben.

Für Anleger bleibt die Aktie damit vorerst weniger eine operative Lithium-Wette als vielmehr eine Wette auf den erfolgreichen Vollzug der Fusion mit Critical Metals Corp und den Wert des gehaltenen Aktienpakets. Die kommenden Wochen bis zur Gerichtsanhörung Mitte September dürften richtungsweisend für den weiteren Kursverlauf sein.