European Lithium steht kurz vor dem Abschluss einer Unternehmensfusion — und hat sich finanziell dafür in eine komfortable Position gebracht. Der Kurs zeigt das allerdings noch nicht.
Liquidität auf neuem Niveau
Durch den strategischen Verkauf von Anteilen an Critical Metals Corp hat European Lithium rund 357 Millionen australische Dollar eingenommen. Stand Mitte Juni 2026 liegen damit etwa 293 Millionen australische Dollar in der Kasse. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf gerade einmal 0,3 Millionen australische Dollar.
Das ist eine drastische Verbesserung. Frühere Bedenken über Finanzierungslücken sind damit vom Tisch. Das Unternehmen hat genug Puffer, um die verbleibenden Schritte der Fusion zu finanzieren.
Bohrungen in Grönland gestartet
Parallel dazu läuft die operative Arbeit auf Hochtouren. Critical Metals Corp — zu 92,5 Prozent im Besitz der Gruppe — hat in Grönland eine Bohrkampagne über 10.000 Meter gestartet. Das Tanbreez-Projekt für Seltene Erden steht dabei im Mittelpunkt.
Die Infrastruktur vor Ort ist bereits in Betrieb. Unterkünfte und Versorgungseinrichtungen sind eingerichtet. Ziel ist die Erweiterung der Ressourcenbasis und eine verbesserte geologische Modellierung — beides wichtig für die Positionierung als Lieferant kritischer Mineralien für westliche Märkte.
Fusionsfahrplan läuft
Der Zusammenschluss mit Critical Metals Corp soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden. Bis Ende Juni will European Lithium einen Entwurf des sogenannten Scheme Booklet bei der australischen Wertpapieraufsicht ASIC einreichen. Aktionärsabstimmung und abschließende Gerichtsanhörung sind für das dritte Quartal geplant.
Am 24. Juni beantragte das Unternehmen außerdem die Kotierung von 467.000 neuen Aktien. Sie entstammen der Ausübung bestehender Optionen — ein Routinevorgang in der laufenden Übergangsphase.
Kurs unter Druck, Jahresperformance stark
Der Aktienkurs reagiert auf all das bislang nicht positiv. Mit 0,23 Euro liegt das Papier rund 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,31 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde. Allein in den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie knapp 18 Prozent verloren.
Der RSI liegt bei 41,7 — neutral bis schwach, aber noch nicht im überverkauften Bereich. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von fast 147 Prozent zu Buche. Wer vor zwölf Monaten eingestiegen ist, hat seinen Einsatz mehr als versechsfacht.
Das Scheme Booklet wird die konkreten Umtauschverhältnisse festlegen. Erst dann wissen Aktionäre genau, zu welchen Konditionen ihre Anteile in die neue Critical-Metals-Einheit übergehen.
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