Die Talfahrt beschleunigt sich. European Lithium verliert am Mittwoch über vier Prozent und fällt auf 0,21 Euro. Seit dem Jahreshoch im Juni hat der Wert fast ein Drittel seiner Marktkapitalisierung eingebüßt. Ursache ist eine angepasste Struktur bei der geplanten Übernahme durch die Critical Metals Corp.
Kleinaktionäre unter Druck
Die beiden Unternehmen haben die Regeln für ihren Zusammenschluss kurzfristig verändert. Vor allem Kleinaktionäre spüren die Folgen. Wer 50.000 oder weniger Aktien hält, landet in einem sogenannten Verkaufsprogramm. Ein beauftragter Makler veräußert diese Positionen dann direkt über die Börse, anstatt Aktien des neuen Konzerns auszugeben.
Die Folge: Der Markt rechnet mit zusätzlichem Verkaufsdruck.
Gutachten rückt in den Fokus
Die Anleger warten nun auf die offizielle Bewertung des Deals. Ende Juli oder Anfang August soll das Prüfungsunternehmen Nexia Perth sein unabhängiges Gutachten vorlegen. Dieses Dokument liefert die Grundlage für die finale Abstimmung der Aktionäre.
Geben alle Parteien grünes Licht, schließen die Firmen den Deal im September ab. Aktionäre von European Lithium halten danach voraussichtlich 41 Prozent am gemeinsamen Konzern.
Baustelle in Österreich
Abseits der Fusion kämpft das Management mit operativen Hürden. Ein Gericht kippte kürzlich eine wichtige Genehmigung für das Wolfsberg-Lithiumprojekt in Österreich. Das verzögert den Zeitplan enorm. Bis Ende 2026 muss das Unternehmen sich verbindlich mit dem saudischen Partner Obeikan über den Abbau einigen. Voraussetzung dafür sind stabile Preise für Lithium und eine gesicherte Finanzierung.
Ein weiteres Risiko liegt in der Führungsebene. Vorstandschef Tony Sage leitet sowohl European Lithium als auch Critical Metals. Ein unabhängiger Ausschuss muss nun mögliche Interessenkonflikte überwachen.
Die kommenden Wochen bringen eine klare Entscheidung. Trotz des jüngsten Kursrutsches notiert das Papier seit Jahresbeginn noch immer 121 Prozent im Plus. Fällt das Gutachten von Nexia Perth im August positiv aus, untermauert das die geplante Bewertung. Finden die Prüfer hingegen gravierende Mängel, wackelt der Deal endgültig.
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