Die Fusion zwischen European Lithium und Critical Metals Corp nimmt konkrete Formen an. Nach der Anpassung der Umtauschstruktur vor gut einer Woche liegt nun erstmals eine Größenordnung vor, wie die Eigentumsverhältnisse nach dem Zusammenschluss aussehen sollen: European-Lithium-Aktionäre kommen demnach auf einen Anteil von rund 41 Prozent am kombinierten Unternehmen.
Diese Zahl ist Ergebnis der variablen Tauschquote, die an den Aktienkurs von Critical Metals Corp gekoppelt ist. Damit hängt der finale Anteil der European-Lithium-Aktionäre von der Kursentwicklung des US-Partners bis zum Vollzug der Transaktion ab – ein Mechanismus, der beiden Seiten mehr Flexibilität bei schwankenden Bewertungen einräumen soll, aber auch Unsicherheit über die exakte Beteiligungsquote bis zuletzt bestehen lässt.
Zeitplan bleibt auf Kurs
Der Fahrplan für den Zusammenschluss ist inzwischen präzise skizziert. Der erste Gerichtstermin vor dem Supreme Court of Western Australia ist für den 15. September 2026 um 9:15 Uhr AWST angesetzt. Dort soll das Gericht Anordnungen für separate Versammlungen von Aktionären und Optionsinhabern treffen.
Medienberichten zufolge sind die eigentlichen Abstimmungen über das Fusionsschema für Mitte Oktober 2026 vorgesehen, der Vollzug der Transaktion wird für Anfang November 2026 erwartet, sofern alle Genehmigungen eingeholt werden.
European Lithium hatte die entsprechende Fusionserklärung bei der australischen Börsenaufsicht ASIC bereits vor gut einer Woche eingereicht. Seither hat sich der Kurs um 1,8 Prozent bewegt – ein moderater Ausschlag, der zeigt, dass der Markt die formalen Verfahrensschritte weitgehend eingepreist hat und nun auf die konkrete Höhe der Beteiligungsquote sowie den Ausgang der Gerichtstermine blickt.
Kursreaktion und Marktumfeld
Am heutigen Freitag notiert die Aktie bei 0,2295 Euro und legt damit um 1,3 Prozent zu. Der Kurs bewegt sich damit rund 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3055 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde – ein Hinweis darauf, dass trotz der laufenden Übernahmedynamik noch Luft nach oben bestehen könnte, sollten die anstehenden Meilensteine wie geplant verlaufen.
Der breitere Branchenkontext bleibt für Lithiumwerte anspruchsvoll: Die portugiesische Lifthium Energy, eine Tochter der José de Mello Group, hatte Mitte August ihr geplantes Raffinerieprojekt im Wert von 492 Millionen Euro im portugiesischen Estarreja gestoppt.
Dieser Rückzug betrifft European Lithium nicht direkt, verdeutlicht aber die Zurückhaltung, mit der Investoren derzeit auf Lithiumprojekte in Europa blicken – ein Umfeld, in dem die Fusion mit dem US-Partner Critical Metals Corp für European Lithium an strategischer Bedeutung gewinnt.
Für Anleger bleibt der 15. September der nächste entscheidende Termin. Erst mit den gerichtlich angeordneten Versammlungen und der anschließenden Abstimmung im Oktober wird sich zeigen, ob die veränderte Tauschstruktur und die daraus resultierende Beteiligungsquote von den Aktionären beider Unternehmen mitgetragen werden.
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