European Lithium notiert am heutigen Montag bei 0,1984 Euro und verliert 4,8 Prozent. Der Kursrutsch fällt zusammen mit turbulenten Entwicklungen am chinesischen Lithiummarkt, die den gesamten Sektor unter Druck setzen.
Datenrevision wirbelt Lithiummarkt durcheinander
Auslöser der Verwerfungen ist eine methodische Änderung beim chinesischen Datenanbieter SMM. Das Unternehmen hatte am 8. September die Erhebungsmethode für Lithiumcarbonat-Lagerbestände umgestellt. Über Nacht verdoppelte sich der ausgewiesene Bestand von 78.800 auf 175.000 Tonnen. Die Folge: Die Preise für die meistgehandelten Lithiumcarbonat-Kontrakte in China gaben innerhalb von drei Tagen um mehr als 14 Prozent nach.
Am vergangenen Donnerstag gerieten Lithiumtitel weltweit unter Druck, weil ein gut versorgter Physischer Markt auf Positionsbereinigungen im gesamten Sektor traf. Der Lithium-ETF LIT, der Minenbetreiber und Batteriehersteller bündelt, schloss an diesem Tag 2,66 Prozent tiefer.
Am Freitag setzte sich die Schwäche fort: Der Terminkontrakt LC2701 für Lithiumcarbonat fiel um 4,99 Prozent, und auch der Lithiumproduzent Albemarle verlor an diesem Handelstag 3,76 Prozent.
Diese branchenweite Preisschwäche trifft European Lithium in einer sensiblen Phase. Der Titel bewegt sich derzeit nur noch knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 0,1951 Euro, während der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt mit 11 Prozent immer noch deutlich positiv ausfällt. Das zeigt: Trotz der jüngsten Verluste bleibt der mittelfristige Aufwärtstrend intakt, auch wenn die kurzfristige Dynamik erlahmt.
Gerichtstermin rückt näher
Zusätzliche Unsicherheit bringt der bevorstehende Gerichtstermin. Am morgigen Dienstag um 9:15 Uhr australischer Westküstenzeit wird der Oberste Gerichtshof von Westaustralien über die Einberufung separater Versammlungen für Aktionäre und Optionsinhaber von European Lithium entscheiden. Diese Versammlungen sollen über die geplanten Schemes im Rahmen der Fusion mit Critical Metals abstimmen.
Der Fahrplan für den Zusammenschluss sieht vor, dass die Scheme-Versammlungen Mitte Oktober stattfinden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und Optionsinhaber sowie der Gerichtsgenehmigung soll die Transaktion dann Anfang November umgesetzt werden.
Anleger zwischen Fusionsfahrplan und Rohstoffpreisen
Für Anleger überlagern sich damit zwei Themenstränge: die unternehmensspezifische Fusion mit Critical Metals, deren nächster formaler Schritt mit dem morgigen Gerichtstermin ansteht, und die branchenweite Verunsicherung durch die chinesische Datenrevision. Letztere trifft nicht nur European Lithium, sondern den gesamten Lithiumsektor von Albemarle bis SQM.
Die kommenden Wochen dürften daher von zwei Nachrichtensträngen geprägt bleiben: dem juristischen Fortgang der Fusion und der Frage, ob sich die Lithiumpreise nach der Datenverwerfung wieder stabilisieren. Beide Faktoren wirken derzeit unabhängig voneinander auf den Kurs ein, verstärken aber in ihrer Kombination die erhöhte Schwankungsbreite, die sich auch in der annualisierten 30-Tage-Volatilität von 82 Prozent widerspiegelt.
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