European Lithium und der Nasdaq-notierte Partner Critical Metals Corp haben die technischen Weichen für ihren Zusammenschluss neu gestellt. Am 3. Juli unterzeichneten beide Unternehmen eine Änderungsvereinbarung zur bestehenden Scheme Implementation Deed, die die Umsetzungsmechanik anpasst, die kommerziellen Kernbedingungen der Übernahme jedoch unangetastet lässt. European Lithium rechnet damit, das sogenannte Scheme Booklet inklusive eines unabhängigen Prüfberichts Ende Juli oder Anfang August an Aktionäre und Optionsinhaber zu versenden – zur Abstimmung, wie sie nach australischem Recht vorgeschrieben ist.

Kleinaktionäre erhalten Verkaufsoption

Die überarbeitete Struktur bringt vor allem für kleinere Anteilseigner eine spürbare Änderung. Aktionäre und Inhaber börsennotierter Optionen mit einem Bestand von bis zu 50.000 European-Lithium-Aktien oder -Optionen können künftig eine Verkaufsfazilität nutzen: Die ihnen zustehenden Critical-Metals-Aktien werden dabei von einem beauftragten Verkaufsagenten direkt am Markt veräußert, statt sie selbst halten zu müssen. Zugleich entfällt die zuvor geplante Konstruktion über australische Depositary Interests – berechtigte Aktionäre erhalten die Critical-Metals-Stammaktien nun direkt.

An den grundlegenden Konditionen der Übernahme ändert sich dadurch nichts. European-Lithium-Aktionäre erhalten weiterhin 0,035 Critical-Metals-Aktien je gehaltener Aktie, wie es bereits die im Mai unterzeichnete bindende Vereinbarung vorsah. Nach Abschluss sollen die bisherigen European-Lithium-Anteilseigner rund 41 Prozent am fusionierten Unternehmen halten. Die Umsetzung ist derzeit für September angepeilt, vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären, Optionsinhabern und der Gerichte. Für Anleger bedeutet das: Die entscheidenden Abstimmungstermine dürften im August und September fallen.

Kurs reagiert deutlich auf die Nachrichtenlage

Der Markt hat die fortschreitende Fusion mit spürbaren Kursbewegungen quittiert. Am Freitag legte die Aktie um 9,11 Prozent auf 0,1916 Euro zu, auf Wochensicht steht ein Plus von 20,96 Prozent zu Buche. Damit notiert das Papier weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt, von dem es sich um 15,77 Prozent nach oben absetzt – ein Signal dafür, dass der übergeordnete Aufwärtstrend trotz zwischenzeitlicher Schwankungen intakt bleibt. Bereits am 23. Juli hatte die an der ASX unter dem Kürzel EUR notierte Aktie um 5,26 Prozent auf 0,30 australische Dollar zugelegt und gehörte damit zu den Tagesgewinnern des Index, während der breite ASX 200 lediglich um gut ein Prozent zulegte.

Tanbreez-Beteiligung als Wertreiber im Hintergrund

Ein wesentlicher Teil der Übernahmelogik liegt im Seltenerdprojekt Tanbreez in Grönland, an dem European Lithium über seine 37,5-Prozent-Beteiligung an Critical Metals indirekt partizipiert. Diese Beteiligung, bestehend aus 45.536.338 Critical-Metals-Aktien, wurde im Februar auf Basis des damaligen Critical-Metals-Kurses mit umgerechnet rund 424,9 Millionen US-Dollar beziffert. Critical Metals selbst hatte im Juni eine Bohrkampagne mit einem Umfang von 10.000 Metern am Tanbreez-Projekt gestartet, um die Ressourcenbasis weiter abzusichern. Die vollständige Konsolidierung des Projekts unter einem Dach gilt als zentrales Argument für den Zusammenschluss, da sie Eigentümerstruktur, Entscheidungsfindung und Finanzierung auf dem Weg zu einer Entwicklungsentscheidung vereinfachen soll.

Für Anleger bleibt der Fahrplan damit klar umrissen: Nach Versand des Scheme Booklets stehen im weiteren Jahresverlauf die Abstimmungen der Anteilseigner sowie die gerichtliche Prüfung an, bevor die Fusion im September vollzogen werden könnte. Bis dahin dürfte die Aktie eng an die Fortschritte des Übernahmeprozesses sowie an die Kursentwicklung von Critical Metals gekoppelt bleiben.