Die Aktie von European Lithium bleibt an der australischen Börse suspendiert. Seit dem 18. Mai ruht der Handel bei 0,415 AUD — fast 40 Prozent unter dem impliziten Angebotspreis von 0,58 AUD je Aktie, den die geplante Fusion mit Critical Metals vorsieht.
Die ASX untersucht, ob European Lithium gegen Offenlegungspflichten verstoßen hat. Im Fokus steht die Frage, ob das Unternehmen die Fusionsgespräche früher hätte melden müssen. Medienberichte kursierten bereits vor der offiziellen Ankündigung. European Lithium argumentiert, die Gespräche seien erst mit Unterzeichnung der unverbindlichen Absichtserklärung Ende April materiell geworden.
An europäischen Handelsplätzen läuft der Handel weiter. Dort notiert die Aktie zwischen 0,445 und 0,465 AUD — rund 20 Prozent unter dem Deal-Wert. Am 1. Juni schloss sie bei 0,475 AUD.
Interessenkonflikt an der Spitze
Tony Sage führt beide Unternehmen: als Executive Chairman von European Lithium und als CEO von Critical Metals. European Lithium hat einen unabhängigen Ausschuss eingesetzt, der den Aktionären die Annahme empfiehlt — sofern kein besseres Angebot vorliegt und ein unabhängiger Gutachter die Transaktion für fair hält.
Vertragsstrafen von je 12 Millionen US-Dollar sichern beide Seiten ab. European Lithium zahlt, wenn es abspringt. Critical Metals zahlt, wenn es den Deal platzen lässt.
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Grönland-Genehmigung entscheidet über Probennahme
In Grönland wartet das Tanbreez-Projekt auf die Betriebsgenehmigung. Ohne sie kann European Lithium die für Juni geplante Massenprobennahme nicht starten.
Tanbreez enthält Terbium und Dysprosium — schwere Seltene Erden, die in Elektromotoren und Verteidigungssystemen verbaut werden. China hat seine Exportbeschränkungen für diese Materialien nur bis November 2026 ausgesetzt. Das Zeitfenster für nicht-chinesische Lieferketten ist eng.
Am 20. Mai nahm die Europäische Union Seltene Erden, Wolfram und Gallium in ihr erstes gemeinsames Rohstofflager auf. Der politische Rückenwind für Tanbreez wächst. Die grönländischen Behörden haben bislang nicht nachgezogen.
Fusion im dritten Quartal zur Abstimmung
Critical Metals und European Lithium unterzeichneten am 18. Mai 2026 einen verbindlichen Fusionsvertrag. Die Transaktion bewertet die kombinierte Gruppe mit rund 835 Millionen US-Dollar.
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Aktionäre von European Lithium erhalten 0,035 Critical-Metals-Aktien je eigener Aktie. Der Verkauf von 2,5 Millionen Critical-Metals-Aktien brachte etwa 45 Millionen AUD ein. Die Kasse von Critical Metals liegt nun bei rund 356 Millionen AUD — deutlich über dem im Vertrag geforderten Minimum von 330 Millionen AUD.
Die Hauptversammlung ist für das dritte Quartal 2026 angesetzt. Das Scheme Booklet soll im Juli oder August vorliegen. Danach folgen Gerichts- und Regulierungsgenehmigungen in Australien.
Was Anleger jetzt beobachten
Am 28. Mai schloss die Aktie in Australien bei 0,445 AUD — ein Plus von 19,54 Prozent über sieben Handelstage und mehr als 15 Prozent im Monatsvergleich. Innerhalb eines Jahres stieg der Kurs von 0,039 AUD um über 900 Prozent. Der Abstand zwischen Marktpreis und Angebotspreis bleibt hartnäckig.
In den kommenden 90 Tagen fallen zwei Entscheidungen: Erteilt Grönland die Betriebsgenehmigung für die Juni-Probennahme? Schließt die ASX ihre Untersuchung ab, sodass der Handel wieder aufgenommen werden kann?
Ein finaler Abschluss vor der zweiten Jahreshälfte 2026 ist unrealistisch. Selbst dieser Zeitplan setzt voraus, dass ASX-Prüfung, Grönland-Genehmigung und unabhängiges Gutachten grünes Licht geben.
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