Der geplante Zusammenschluss von European Lithium und Critical Metals nimmt konkrete Formen an. Das Management überarbeitete die rechtliche Struktur des Deals. Die wirtschaftlichen Bedingungen bleiben unangetastet. Dennoch ändert sich für Aktionäre ein entscheidendes Detail auf dem Weg zur US-Börse.

Direkter Weg an die Nasdaq

Die beiden Unternehmen unterzeichneten eine Änderungsvereinbarung. Zukünftig erhalten berechtigte Aktionäre von European Lithium die neuen Critical-Metals-Stammaktien direkt. Zuvor plante das Management eine komplexere Struktur über australische Hinterlegungsscheine. Das Ziel: ein reibungsloser Wechsel der Aktionärsbasis von der australischen Börse an die Nasdaq.

Stimmen die Anteilseigner zu, halten die bisherigen European-Lithium-Aktionäre künftig etwa 41 Prozent am kombinierten Unternehmen. Die Prüfungsgesellschaft Nexia Perth evaluiert zuvor in einem unabhängigen Gutachten, ob dieses Umtauschverhältnis fair ist.

Volatilität durch fallende Lithiumpreise

Abseits der Deal-Mechanik bestimmt der Lithiummarkt in China den Kurs. Zuletzt rutschte die Aktie leicht ab und beendete die Woche bei 0,23 Euro. Kurzzeitig stützte eine Gegenbewegung bei chinesischen Lithiumcarbonat-Futures den Wert. Die Notierungen kletterten von einem Dreimonatstief bei 151.750 Yuan zurück auf 158.100 Yuan.

Die Erholung erwies sich jedoch als kurzlebig. Langfristig blicken Investoren auf eine rasante Rally. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier ein Plus von 151,61 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten kletterte der Kurs um 504,38 Prozent. Aktuell notiert der Titel knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Wolfsberg und Tanbreez im Fokus

Die schwankenden Rohstoffpreise belasten das operative Kernprojekt. Für die europäische Lithium-Mine Wolfsberg entscheidet das Management Ende 2026 über die finalen Investitionen. European Lithium und Partner Obeikan fordern stabile Marktpreise sowie eine gesicherte Finanzierung. Eine harte Bedingung. Schließlich finden chinesische Futures bisher keinen festen Boden.

Parallel dazu schreiten die Arbeiten am grönländischen Tanbreez-Projekt voran. Dort bereitet das Unternehmen derzeit das Gelände vor. Bis August 2026 baut der Konzern erste Büros und Lagerhallen. Critical Metals kaufte kürzlich ein arktisches Wohnschiff, um die Mitarbeiter vor Ort unterzubringen.

Die nächsten Wochen liefern Aktionären einen klaren Fahrplan. Ende Juli oder Anfang August verschickt das Unternehmen das offizielle Abstimmungsheft mitsamt dem Expertenbericht. Geben die Anteilseigner und die australischen Behörden grünes Licht, besiegeln die Parteien die Transaktion im September 2026.