European Lithium steuert auf den entscheidenden Abschnitt seiner Übernahme durch Critical Metals Corp zu. Die geplante Fusion, deren bindende Umsetzungsvereinbarung im Mai vereinbart wurde, soll nach aktuellem Stand im September vollzogen werden – vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären, Optionsinhabern und Gericht.

Änderungsvereinbarung und Zeitplan

Critical Metals Corp und European Lithium haben Anfang Juli eine Änderungsvereinbarung zur ursprünglichen Umsetzungsvereinbarung unterzeichnet. Die Anpassungen betreffen laut Unternehmensangaben lediglich bestimmte Umsetzungsmechanismen, während die kommerziellen Kernbedingungen der Transaktion unverändert bleiben.

European Lithium erwartet, das sogenannte Scheme Booklet samt eines unabhängigen Prüfberichts an die Aktionäre zu verteilen. Die entsprechenden Abstimmungstermine sollen Ende August stattfinden, der Vollzug der Transaktion ist für September vorgesehen.

Nach Abschluss der Fusion sollen die bisherigen Aktionäre von European Lithium rund 41 Prozent der ausstehenden Anteile am kombinierten Unternehmen halten. Damit bliebe den bestehenden Anlegern ein erheblicher Anteil am gemeinsamen Konzern erhalten, auch wenn sich die Beteiligungsverhältnisse durch den Zusammenschluss grundlegend verschieben.

Finanzielle Ausgangslage vor dem Zusammenschluss

Zum 30. Juni verfügte European Lithium über eine Barreserve von 306 Millionen australischen Dollar. Parallel dazu hält das Unternehmen 45.536.338 Stammaktien an Critical Metals Corp – ein Aktienpaket, das Ende Juli bei einem Schlusskurs von 6,04 US-Dollar je Anteil notierte. Diese Kombination aus liquiden Mitteln und Beteiligungswert bildet einen wesentlichen Teil des Werts, den European Lithium in den Zusammenschluss einbringt.

Zusätzlich Bewegung gab es bei der Aktionärsstruktur: Weiss Asset Management LP meldete Ende Juli eine Substantial-Holder-Position von 5,06 Prozent. Anfang August lodgierte European Lithium zudem eine eigene „Becoming a substantial holder“-Mitteilung, während der Quartalsbericht samt Appendix 5B ebenfalls Ende Juli veröffentlicht wurde.

Insider bauen Positionen aus

Auch auf Führungsebene tat sich etwas: Direktor Michael Carter übte im Juli 193.019 nicht notierte Optionen zu je 0,08 australischen Dollar aus und wandelte sie in voll eingezahlte Stammaktien um. Seine Gesamtbeteiligung stieg dadurch auf 12.028.317 Aktien.

Auch Direktor Mykhailo Zhernov übte im selben Zeitraum Optionen aus und erhöhte damit seinen direkten Aktienbestand. Insgesamt wandelte European Lithium 591.520 Optionen mit Fälligkeit Ende Dezember 2026 in reguläre Aktien um.

Kursverlauf spiegelt Übernahmefantasie

Die Aktie hat die Erwartungen rund um den Zusammenschluss deutlich eingepreist: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 109 Prozent zu Buche, ein Beleg dafür, wie stark die Fusionsfantasie den Kurs seit Monaten treibt. Der Blick auf das 52-Wochen-Hoch von 0,3055 Euro zeigt allerdings, dass die Aktie inzwischen rund 38 Prozent darunter notiert – die Rally hat also bereits eine spürbare Korrektur hinter sich.

Für Anleger bleibt der September der entscheidende Prüfstein: Erst mit den Abstimmungen und dem angestrebten Vollzug der Transaktion wird sich zeigen, ob die bisherige Kursentwicklung von der Realität der fusionierten Gesellschaft getragen wird.