Sieben Handelstage, minus 17 Prozent. European Lithium rutscht ab, während im Hintergrund eine milliardenschwere Fusion mit dem Nasdaq-Konzern Critical Metals Corp Gestalt annimmt. Die Aktie notiert bei 0,18 Euro und gilt mit einem RSI von 28 als überverkauft.
Der Rückgang wirkt auf den ersten Blick dramatisch. Die Aktie liegt inzwischen 29 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,25 Euro. Auf Monatssicht beträgt das Minus sogar 31 Prozent.
Der längere Blick relativiert die Wucht. Binnen zwölf Monaten steht ein Plus von 384 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn immerhin noch 93 Prozent. Das Rekordtief von 0,04 Euro aus dem Juli 2025 liegt damit weit zurück. Das aktuelle 52-Wochen-Hoch von 0,31 Euro, erreicht Anfang Juni, ist dagegen 41 Prozent entfernt.
Die Fusion nimmt Form an
Am 3. Juli 2026 unterzeichneten European Lithium und Critical Metals Corp eine Ergänzung zur bestehenden Scheme Implementation Deed. Im Zentrum steht eine neue „Sale Facility“ für Kleinanleger. Aktionäre und Optionsinhaber mit 50.000 oder weniger Anteilen am Stichtag können daran teilnehmen.
Der Mechanismus funktioniert einfach: Ein beauftragter Agent verkauft die eigentlich zustehenden CRML-Aktien direkt am Markt. Die Teilnehmer erhalten den Nettoerlös in bar. Das erspart Kleinanlegern die Verwaltung von Nasdaq-notierten Wertpapieren.
Fokus verschiebt sich nach Grönland
Parallel zur Fusion baut Critical Metals sein Portfolio um. Am 8. Juli 2026 gab der Konzern bekannt, die Investmentbank Clear Street als Berater engagiert zu haben. Deren Aufgabe: „wertmaximierende Wege“ für nicht zum Kerngeschäft zählende Vermögenswerte finden.
Der eigentliche Antrieb hinter diesem Schritt heißt Tanbreez. Critical Metals will die Entwicklung des Grönland-Projekts beschleunigen. Für das Wolfsberg-Lithium-Projekt in Österreich bedeutet das Unsicherheit. Ein Verkauf, eine Abspaltung oder eine strategische Partnerschaft stehen als Optionen im Raum.
Diese Neuausrichtung könnte erklären, warum Anleger bei European Lithium derzeit vorsichtiger agieren. Die Fusion verspricht zwar Zugang zu einem breiteren Portfolio kritischer Rohstoffe. Welche Rolle das ursprüngliche Kernprojekt Wolfsberg darin künftig spielt, bleibt aber offen.
Ausblick auf das dritte Quartal
Der nächste wichtige Termin ist das sogenannte „Scheme Booklet“. Es soll Ende Juli oder Anfang August 2026 erscheinen und enthält die Einschätzung des unabhängigen Gutachters Nexia Perth Corporate Finance zur Fusion. Die Abstimmung der Aktionäre und Optionsinhaber ist für Ende August angesetzt, der Abschluss der Transaktion für September 2026 geplant.
Nach aktuellem Stand sollen die bisherigen European-Lithium-Aktionäre rund 41 Prozent am fusionierten Unternehmen halten. Bis dahin bleibt der Wolfsberg-Anteil am Gesamtkonstrukt die zentrale offene Größe für die Bewertung der Aktie.
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