European Lithium steht vor einem wichtigen Schritt. Das Unternehmen will Anfang August 2026 das offizielle Scheme Booklet an Aktionäre und Optionsinhaber verschicken. Damit rückt die geplante Fusion mit Critical Metals Corp einen großen Schritt näher an ihren Abschluss.
Das Dokument ist nach australischem Recht zwingend vorgeschrieben. Es enthält einen unabhängigen Prüfbericht, der bewertet, ob die Fusion im besten Interesse der Aktionäre liegt. Ein externer Gutachter erstellt diese Einschätzung.
Die Fusionsbedingungen im Detail
Critical Metals Corp, notiert an der Nasdaq unter dem Kürzel CRML, will sämtliche Aktien von European Lithium übernehmen. Die Transaktion läuft über ein gerichtlich genehmigtes Scheme of Arrangement. Aktionäre von European Lithium erhalten nach aktuellem Stand 0,035 Aktien von Critical Metals für jede gehaltene Aktie.
Für Kleinanleger gibt es eine wichtige Neuerung. Aktionäre und Optionsinhaber mit 50.000 oder weniger Wertpapieren am Stichtag können ihre zugeteilten Critical-Metals-Aktien automatisch über eine sogenannte Sale Facility verkaufen lassen. Ein beauftragter Agent übernimmt den Verkauf am Markt. Die Betroffenen erhalten dann Bargeld statt direkter Beteiligung an der Nasdaq-notierten Gesellschaft.
Der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 zeigt eine solide Kassenposition von 296,3 Millionen US-Dollar. Diese Liquidität soll den Betrieb bis zum geplanten Fusionsabschluss im September 2026 absichern.
Wolfsberg-Projekt als strategischer Kern
Im Zentrum der Fusion steht das Wolfsberg-Lithiumprojekt in Österreich. Es soll künftig Teil des breiteren Portfolios von Critical Metals werden, zu dem auch das Tanbreez-Seltene-Erden-Projekt in Grönland gehört. Wolfsberg gilt als Schlüsselasset für die europäische Batterie-Lieferkette – nicht zuletzt wegen eines bestehenden Abnahmevertrags mit BMW.
Die australische Börsenaufsicht ASX hat European Lithium kürzlich eine Ausnahmeregelung gewährt. Das Unternehmen darf ausstehende unnotierte Optionen und Performance Rights im Rahmen der Übernahme streichen, ohne dafür eine separate Aktionärsabstimmung einzuholen. Das vereinfacht die Kapitalstruktur vor dem Fusionsabschluss.
Kursbild bleibt angespannt
Die Aktie schloss am Freitag bei 0,1552 Euro, ein Plus von 1,97 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Minus von 37,29 Prozent zu Buche – ein deutlicher Rückschlag nach dem starken Lauf der vergangenen zwölf Monate. Der RSI liegt bei 32,1 und signalisiert eine Aktie nahe der überverkauften Zone.
Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 272 Millionen Euro. Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die Aktie damit weit über ihrem Niveau vor einem Jahr.
Die Veröffentlichung des Scheme Booklet in dieser Woche dürfte richtungsweisend werden. Verzögerungen im Zeitplan könnten kurzfristig für zusätzliche Kursbewegungen sorgen, während der Fusionsabschluss weiterhin für September 2026 anvisiert bleibt.
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