Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs von European Lithium mehr als verdoppelt. Nun läuft eine Korrektur — und genau jetzt treten die entscheidenden Meilensteine in die heiße Phase.
Grönland und Österreich: Zwei Projekte unter Druck
Im grönländischen Qaqortoq baut European Lithium gerade Büro- und Lagergebäude für das Tanbreez-Projekt. Fertigstellung: August 2026. Das ist die Voraussetzung für ein geplantes Bulk-Sampling-Programm mit 150 Tonnen Probematerial — Ziel sind die Seltenen Erden Terbium und Dysprosium. Der Start hängt allerdings noch von der finalen Betriebsgenehmigung der grönländischen Behörden ab.
In der Steiermark läuft das Wolfsberg-Lithiumprojekt auf ein konkretes Entscheidungsdatum zu. Die österreichische Regierung verlängerte die Bergbaulizenz Anfang des Jahres um zwei Jahre. Mit dem saudischen Partner Obeikan hat European Lithium einen Rahmen vereinbart: Bis Ende 2026 soll eine formelle Entscheidung für den Abbau fallen — sofern der Lithiumpreis mitzieht und die Finanzierung steht.
EU-Rahmen als Rückenwind
Das Timing ist kein Zufall. Nach dem G7-Gipfel in Evian entstand eine neue Mineralstoff-Allianz zur Diversifizierung kritischer Lieferketten. Der EU-Rechtsakt für kritische Rohstoffe schreibt vor, dass bis 2030 mindestens zehn Prozent des europäischen Bedarfs an strategischen Materialien aus heimischer Förderung stammen müssen.
European Lithium hält in der Steiermark 245 Explorationslizenzen auf 114 Quadratkilometern. Das Wolfsberg-Projekt liegt damit genau im Zentrum dieser Initiative. Die G7-Pilotprojekte zur Rückverfolgbarkeit von Lithium könnten die Integration in westliche Batterielieferketten weiter beschleunigen.
Kurs unter dem 50-Tage-Schnitt
Die Aktie notiert aktuell bei 0,24 Euro — rund 23 Prozent unter dem Jahreshoch von 0,31 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 150 Prozent. Der RSI liegt bei 43,6 und signalisiert neutrale Dynamik.
Parallel laufen Kapitalmaßnahmen. Ende Juni beantragte das Unternehmen die Notierung von 467.000 neuen Aktien nach Optionsausübungen. Zuvor hatte es bereits rund 6,67 Millionen neue Aktien ausgegeben. Investoren wägen derzeit den langfristigen Projektwert gegen den kurzfristigen Verwässerungsdruck ab — und gegen die offenen Fragen rund um die geplante Fusion mit Critical Metals Corp.
Der August wird zeigen, ob Tanbreez pünktlich fertig wird. Kurz danach folgt die nächste Bewährungsprobe: die Wolfsberg-Entscheidung bis Jahresende.
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