Die Konjunktur im Euroraum hat im Oktober spürbar an Tempo verloren. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft fiel auf 51,9 Punkte, nach 53,1 Zählern im Vormonat. Ausschlaggebend für die Abkühlung auf den tiefsten Stand seit Juni sind vor allem die politische Verunsicherung in Frankreich sowie anziehende Energiekosten der Unternehmen.
Vor allem die zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion bremst die Entwicklung. Der französische Gesamtindex rutschte mit 48,4 Punkten wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern, nachdem er im September noch bei 51,1 Punkten gelegen hatte. Sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungssektor des Landes befinden sich damit wieder in der Schrumpfung.
Hinter dem Rückschlag steht eine spürbare Zurückhaltung der Kunden. Marktbeobachter führen die schwache Nachfrage auf die angespannte Haushaltslage und gestiegene Refinanzierungskosten des französischen Staates zurück. Proteste und die politische Ungewissheit vor den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr drücken das Geschäftsklima zusätzlich.
In Deutschland hält der Aufschwung an, verliert jedoch ebenfalls an Dynamik. Der gesamtdeutsche Einkaufsmanagerindex gab von einem Elfmonatshoch bei 53,8 Punkten im September auf 52,8 Zähler nach. Der Rückgang erfasste vor allem den Dienstleistungssektor, während die Fabrikleistung leicht zulegen konnte.
Druck auf die Unternehmensmargen nimmt zu
Während der Zuwachs bei den gesamten Neuaufträgen im Währungsraum abflachte, stiegen die Exportbestellungen den dritten Monat in Folge. Der Arbeitsmarkt gerät derweil ins Stocken. Die Beschäftigung in der Eurozone trat im Oktober nahezu auf der Stelle, da der Personalaufbau im Dienstleistungssektor auf den schwächsten Stand seit fünf Monaten fiel.
Erhöhte Ausgaben für Energie, Treibstoff und Fracht trieben die Einkaufspreise der Betriebe den zweiten Monat in Folge an. Da die Unternehmen ihre Verkaufspreise im Oktober langsamer erhöhten als im Vormonat, geraten die Gewinnmargen zunehmend unter Druck. Für die Europäische Zentralbank bleibt das Bild zwiespältig: In der anstehenden Sitzung dürfte der Einlagesatz zunächst bei 2,50 Prozent bleiben, bevor im Dezember eine Anhebung um 25 Basispunkte ansteht.


