Eurozone-Industrie behauptet Wachstumskurs im Oktober

Deutschlands stärkere Fabrikaktivität stützte die Eurozonen-Industrie; zugleich stiegen Lieferzeiten, Einkaufskosten und Verkaufspreise.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Eurozonen-Index bei 52,7 Punkten
  • Deutsche Industrie erreicht 54,2 Punkte
  • Frankreich und Italien unter Expansionsschwelle
  • Längere Lieferfristen und höhere Einkaufspreise

Die Industriekonjunktur im Euroraum trotzt den weltweiten Belastungen besser als erwartet. Zwar gab das Stimmungsbarometer für die Unternehmen im Oktober leicht nach, hielt sich mit 52,7 Punkten aber klar über der Expansionsschwelle von 50 Zählern. Vor allem die anziehende deutsche Fabrikaktivität fing Schwächen in anderen Ländern auf.

Im Vormonat hatte der Indikator mit 52,9 Punkten den höchsten Stand seit Mai 2022 markiert. Erste vorläufige Schätzungen hatten einen deutlicheren Rückgang befürchtet. Am Devisenmarkt legte die Gemeinschaftswährung daraufhin zu: Der Euro kletterte am Vormittag auf ein Tageshoch von 1,1237 Dollar.

Deutschland zieht an, Nachbarn schwächeln

Verantwortlich für das solide Gesamtergebnis ist vor allem die Entwicklung in der größten Volkswirtschaft der Währungsunion. In Deutschland kletterte der Einkaufsmanagerindex auf 54,2 Punkte. Die hiesigen Betriebe meldeten damit die mit Abstand kräftigste Belebung unter den großen Mitgliedsstaaten.

Spanien verbuchte mit 52,2 Punkten ebenfalls ein unerwartet deutliches Plus. Ein gegenteiliges Bild zeigt sich hingegen westlich und südlich der Alpen. In Frankreich und Italien rutschte die Industriestimmung mit Werten von 49,5 beziehungsweise 49,4 Zählern wieder unter die Expansionslinie.

Hohe Kosten und veränderte Handelsströme

Hinter der anhaltenden Expansion stehen handfeste Faktoren. Höhere Verteidigungsausgaben, eine vorsorgliche Lagerhaltung und veränderte Handelsmuster infolge von US-Zöllen sorgen in vielen Werken für Arbeit. Aus dem Ausland zogen die Bestellungen so kräftig an wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr.

Lieferketten geraten dadurch allerdings wieder unter Druck. Zulieferer meldeten spürbar längere Lieferfristen, während die Einkaufspreise so steil anzogen wie seit dem Frühjahr nicht mehr. Die Hersteller gaben diesen Kostendruck über höhere Abgabepreise an ihre Kunden weiter.

Die Betriebe bauten den dritten Monat in Folge zusätzliches Personal auf. Für die kommenden zwölf Monate stellen sich die europäischen Industrieunternehmen mehrheitlich auf ein weiteres Produktionswachstum ein.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.