Eurozone wächst auf Mehrjahreshoch und heizt Zinsdebatte an

Der Eurozonen-PMI steigt im September auf 53,1 Punkte, während Einkaufs- und Verkaufspreise stärker zulegen. Eine Zinserhöhung im Oktober rückt damit in den Fokus.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Eurozonen-PMI erreicht höchsten Stand seit April 2023
  • Dienstleistungsindex steigt auf Zehnmonatshoch
  • Deutschland und Frankreich kehren zu Wachstum zurück
  • Unternehmenspreise steigen so stark wie seit vier Monaten nicht

Die Privatwirtschaft der Eurozone wächst im September so dynamisch wie seit April 2023 nicht mehr. Getragen von einer spürbaren Erholung im Dienstleistungssektor signalisieren die aktuellen Unternehmensdaten ein robustes Quartalswachstum von 0,4 Prozent. Die überraschende Stärke bringt allerdings neuen Preisdruck mit sich – und rückt eine Zinserhöhung im Oktober wieder in den Bereich des Möglichen.

Dienstleister treiben den Aufschwung

Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex für die Währungsunion kletterte im September auf 53,1 Punkte nach 52,0 Zählern im Vormonat. Analysten hatten im Vorfeld mit einer Abkühlung gerechnet. Vor allem die Dienstleister sorgten für Schwung: Das entsprechende Stimmungsbarometer stieg unerwartet auf ein Zehnmonatshoch von 53,0 Punkten.

Die Auftragsbücher füllten sich über Industrie und Dienstleistungen hinweg so kräftig wie seit Mai 2022 nicht mehr, gestützt durch ein anziehendes Exportgeschäft. Trotz Belastungen durch hohe Ölpreise und Störungen in den Lieferketten erwiesen sich die Unternehmen als widerstandsfähig. Der Zuwachs an Neuaufträgen führte in den Betrieben sogar wieder zu anwachsenden Arbeitsrückständen.

Deutschland und Frankreich ziehen an

Getragen wird der Aufschwung von den beiden größten Volkswirtschaften des Währungsraums. In Deutschland kletterte der Gesamtindex auf ein Elfmonatshoch von 53,8 Punkten, nachdem insbesondere der Dienstleistungssektor deutlich zulegen konnte. Parallel dazu kehrte Frankreichs Privatwirtschaft mit einem Gesamtwert von 51,2 Punkten nach vorangegangener Schrumpfung wieder auf einen soliden Wachstumspfad zurück.

Die Beschleunigung hat jedoch eine Kehrseite bei der Inflation. Sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise der Unternehmen zogen im September so deutlich an wie seit vier Monaten nicht mehr. Die Kombination aus robuster Konjunktur und erneut aufflammendem Preisdruck erhöht den Druck auf die Europäische Zentralbank, bei ihrer Sitzung im Oktober an der Zinsschraube zu drehen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.