Eutelsat hat eine neue Anleihe über 1,5 Milliarden Euro platziert und damit den letzten Schritt seiner Schuldenrestrukturierung abgeschlossen. Das Ziel: teurere Verbindlichkeiten ablösen, Laufzeiten strecken und die Kapitalstruktur vereinfachen. Operativ zeigt sich dabei ein klares Bild: Das LEO-Geschäft um OneWeb wächst kräftig, während das klassische GEO- und Broadcast-Segment weiter nachgibt.
1,5 Milliarden Euro: Refinanzierung steht
Die Anleihe wurde in zwei Tranchen zu pari begeben: 850 Millionen Euro bis 2031 mit 5,75% Kupon sowie 650 Millionen Euro bis 2033 mit 6,25% Kupon. Garantien kommen von Eutelsat S.A. und OneWeb Holdings Limited.
Der Abschluss der Platzierung soll am Donnerstag erfolgen. Zusammen mit einer neuen Kreditfazilität über 400 Millionen Euro will Eutelsat damit bestehende Anleihen vollständig zurückzahlen und Bankfazilitäten tilgen. Unterm Strich soll das höher verzinste Schulden ersetzen und das Fälligkeitsprofil verlängern – ein wichtiger Hebel für mehr Bilanzspielraum.
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Halbjahr: LEO stark, EBITDA schwächer
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 blieb der Umsatz auf vergleichbarer Basis stabil bei 592 Millionen Euro, auch wenn der berichtete Umsatz zurückging. Das bereinigte EBITDA sank allerdings um 8% auf 308 Millionen Euro.
Der Wachstumstreiber kommt klar aus dem LEO-Segment: Die LEO-Erlöse legten um knapp 60% zu und gaben dem Konnektivitätsgeschäft spürbar Rückenwind. Die Gegenbewegung kommt aus dem etablierten Geschäft: GEO-Konnektivitätserlöse sanken um 4,5%, und die Broadcast-Erlöse fielen in den sechs Monaten bis Dezember auf 266,5 Millionen Euro – rund 45 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.
OneWeb-Expansion und staatliche Finanzierung
Besonders dynamisch entwickelt sich das OneWeb-basierte Inflight-Connectivity-Geschäft: Bis Ende Dezember waren fast 600 Bordantennen installiert. Der Auftragsbestand lag bei mehr als 1.500 Flugzeugen, nachdem es sechs Monate zuvor 100 Installationen und 1.000 Flugzeuge im Auftragsbestand waren. Kann OneWeb damit zum entscheidenden Wachstumsmotor werden? Die Zahlen deuten zumindest darauf hin, dass LEO aktuell das Tempo vorgibt, während GEO bremst.
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Auf der Finanzierungsseite verweist Eutelsat auf Rückendeckung durch Kernaktionäre und den Staat: Zuvor wurde bereits eine Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden Euro umgesetzt. In der Folge gab es Rating-Upgrades (Moody’s um zwei Stufen auf Baa3, Fitch um drei Stufen auf BB; beide mit stabilem Ausblick). Zudem sicherte sich das Unternehmen eine staatlich garantierte Exportkreditfinanzierung über 975 Millionen Euro und eine staatlich besicherte Finanzierung von 1 Milliarde Euro für OneWeb. Für den Ausbau wurden außerdem bei Airbus bis zu 440 LEO-Satelliten bestellt, deren Auslieferung Ende 2026 starten soll.
Im Wettbewerb rechnet Eutelsat mit stark wachsender B2B-Nachfrage nach LEO-Kapazitäten bis Ende des Jahrzehnts. Gleichzeitig steigt der Druck: Amazon erwartet, bis Juli rund 700 Satelliten im Orbit zu haben und damit die OneWeb-Konstellation zu überholen.
Zum Ausblick bekräftigte das Management die Jahresziele: stabile Erlöse in den operativen Vertikalen, LEO-Umsatzwachstum von 50% sowie ein Nettoverschuldungs-/EBITDA-Verhältnis von rund 2,7x zum Jahresende. Für 2028/2029 stellt Eutelsat einen Umsatzkorridor von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro in Aussicht.
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