Eutelsat Aktie: Kostenrechnung für den Orbit

Der Satellitenbetreiber Eutelsat verhandelt mit der indischen Raumfahrtbehörde ISRO, um die hohen Kosten für den Start von 440 neuen Satelliten bis 2030 zu senken und die Abhängigkeit von SpaceX zu verringern.

Eutelsat Aktie
Kurz & knapp:
  • Zwei Milliarden Euro für Satellitenausbau bis 2030
  • Verhandlungen mit ISRO über günstigere Raketenstarts
  • Starke Umsatzsteigerung im LEO-Geschäft
  • Wettbewerbsdruck durch Starlink und Kuiper

Zwei Milliarden Euro für 440 Satelliten bis 2030 — das ist die Größenordnung, mit der Eutelsat seinen Flottenausbau kalkuliert. Weil Starts dabei 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, sucht das Unternehmen aktiv nach günstigeren Alternativen zu SpaceX und Ariane.

ISRO als Kostenhebel

CEO Jean-François Fallacher bestätigte gegenüber Reuters laufende Gespräche mit der indischen Raumfahrtbehörde ISRO — ein Vertragsabschluss steht allerdings noch aus. Fallacher reiste im Februar als Teil der Macron-Delegation nach Indien und traf dort Telekommunikationsminister sowie Regulierungsbehörden. „Wir bereiten uns auf die Zukunft vor, denn Startkapazitäten müssen sehr weit im Voraus gesichert werden“, so der CEO.

Die Attraktivität von ISROs LVM3-Rakete liegt vor allem im Preis: Branchenschätzungen zufolge kosten entsprechende Starts rund 55 bis 60 Millionen US-Dollar — deutlich weniger als bei den Wettbewerbern. Zudem ist die Zusammenarbeit keine Neuheit. ISRO hatte bereits 72 OneWeb-Satelliten an Bord seiner LVM3 gestartet, noch vor der Fusion mit Eutelsat 2023.

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Der Hintergrund der Diversifizierungsstrategie ist geopolitischer Natur: Nach dem Wegfall russischer Sojus-Starts steht Eutelsat stark in der Abhängigkeit von SpaceX’s Falcon 9. Im Januar schloss das Unternehmen bereits einen Mehrfach-Startvertrag mit dem französischen Raketenunternehmen MaiaSpace ab, der ab 2027 greift. ISRO wäre ein weiterer Baustein.

Wachstum im LEO-Segment, Druck durch Starlink

Operativ läuft das Geschäft solide. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 meldete Eutelsat stabile Gesamtumsätze von 592 Millionen Euro, während die LEO-Erlöse um fast 60 Prozent stiegen. Das Management bestätigte die Jahresziele: stabiles Umsatzwachstum in den operativen Bereichen, 50 Prozent LEO-Umsatzwachstum und ein Nettoverschuldungs-EBITDA-Verhältnis von rund 2,7x zum Jahresende. Alle notwendigen Finanzierungen bis 2031 seien gesichert.

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Der strukturelle Wettbewerbsdruck bleibt dennoch erheblich. Eutelsats OneWeb-Konstellation umfasst rund 648 Satelliten — Starlink kommt auf fast 7.000, Amazons Project Kuiper plant 3.200. Fallacher setzt dabei auf Differenzierung statt auf schiere Größe: Eutelsat adressiert primär Unternehmens- und Regierungskunden, nicht den Massenmarkt.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 35 Prozent zugelegt, notiert mit 2,42 Euro aber noch weit unter dem 52-Wochen-Hoch von 4,55 Euro vom Mai 2025. Den nächsten Quartalsbericht plant Eutelsat für Mai 2026 — dann dürfte auch die Frage konkreter werden, ob eine Einigung mit ISRO die Kostenstruktur des milliardenschweren Ausbauprogramms spürbar verbessern kann.

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