Eutelsat Aktie: Neustart auf drei Säulen

Der Satellitenbetreiber Eutelsat treibt seinen Wandel voran. Das Low-Earth-Orbit-Geschäft wächst stark, während das klassische GEO-Geschäft schrumpft. Eine Milliarden-Refinanzierung sichert die Investitionen.

Eutelsat Aktie
Kurz & knapp:
  • OneWeb-LEO-Umsatz steigt um 60 Prozent
  • Klassisches GEO-Geschäft verliert an Bedeutung
  • Russland-Ausstieg mit geringen finanziellen Folgen
  • Milliarden-Finanzierung für Investitionsprogramm gesichert

Der Pariser Satellitenbetreiber hat in kurzer Zeit drei strategische Weichen gestellt: Russland-Ausstieg, Milliarden-Refinanzierung und ein LEO-Geschäft, das immer stärker zur tragenden Säule wird. Das Bild, das sich daraus ergibt, ist das eines Unternehmens im beschleunigten Umbau.

OneWeb zieht das Wachstum

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im ersten Halbjahr stiegen die OneWeb-Erlöse um rund 60 Prozent auf etwa 111 Millionen Euro. LEO-Konnektivität macht damit bereits rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Bis Ende des laufenden Geschäftsjahres peilt Eutelsat 280 Millionen Euro aus diesem Segment an — langfristig sogar über 1,5 Milliarden Euro bis Ende 2028/29.

Das klassische GEO-Geschäft entwickelt sich entgegengesetzt: Konnektivitätserlöse aus der GEO-Flotte sanken zuletzt um 4,5 Prozent, Videoerlöse sogar um 12,3 Prozent. „LEO ist der einzige Teil des Konnektivitätsmarkts, der wirklich wächst“, so Kommunikationschefin Joanna Darlington. Der Umbau ist also kein Wahlprogramm, sondern eine Notwendigkeit.

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Russland-Ausstieg mit überschaubaren Folgen

Die Kündigung der Verträge mit dem russischen Staatsbetreiber RSCC für die Satelliten Express AT1 und AT2 war letztlich nur noch Formsache. Express AT1 hatte seinen Betrieb bereits am 4. März eingestellt, Express AT2 sollte ohnehin verlegt werden. Der finanzielle Schaden hält sich in engen Grenzen: Eutelsat beziffert die Erlösauswirkung auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag, die Jahresziele bleiben unverändert.

Politisch war der Schritt längst überfällig. Der französische Medienregulator Arcom hatte Eutelsat im März 2025 bereits angewiesen, russische Sender einzustellen, nachdem kommerzielle Verbindungen zu sanktionierten Einheiten festgestellt worden waren.

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Finanzierung für vier Milliarden Euro Investitionen

Das finanzielle Fundament für den Wachstumskurs hat Eutelsat Anfang März gelegt. Die 1,5-Milliarden-Euro-Anleiheemission — aufgeteilt in eine 850-Millionen-Euro-Tranche mit 5,75 Prozent Kupon (5 Jahre) und eine 650-Millionen-Euro-Tranche mit 6,25 Prozent (7 Jahre) — ist Teil eines Gesamtpakets, das Investitionen von rund 4 Milliarden Euro zwischen 2026 und 2029 finanzieren soll. Dazu kommt eine im Februar unterzeichnete Exportkreditlinie über 1 Milliarde Euro für 440 neue LEO-Satelliten von Airbus Defence and Space.

Als einziger europäischer Betreiber eines globalen LEO-Netzwerks profitiert Eutelsat zudem von wachsendem politischen Rückenwind. Deutschland finanziert Eutelsats Satellitendienste in der Ukraine bereits seit rund einem Jahr als Starlink-Alternative. Und beim EU-Infrastrukturprojekt IRIS² — Budget rund 10,6 Milliarden Euro — sitzt Eutelsat als Teil des SpaceRISE-Konsortiums mit am Tisch. Ob das reicht, um Starlink und Amazons Project Kuiper ernsthaft Paroli zu bieten, wird sich spätestens zeigen, wenn die IRIS²-Konstellation in den Aufbau geht und die OneWeb-Wachstumskurve die GEO-Rückgänge dauerhaft überkompensieren muss.

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