Behördliche Prüfung bremst kommerziellen Start
Für die geplante Ausweitung der kommerziellen Satellitendienste von Eutelsat OneWeb in Indien müssen sich Anleger weiter gedulden. Wie gestern bekannt wurde, stehen die notwendigen Sicherheitsprüfungen sowie die Zuteilung von Frequenzspektren durch die Behörden nach wie vor aus. Ohne diese Freigaben kann der Konzern den operativen Betrieb für kommerzielle Kunden auf dem indischen Markt nicht aufnehmen.
Nach Angaben des indischen Telekommunikationsministeriums befindet sich das Genehmigungsverfahren derzeit im regulären Ablauf. Das Ministerium stellte klar, dass die Sicherheitsüberprüfung als Teil dieses Prozesses für alle drei lizenzierten Betreiber laufe und sich die betreffenden Anbieter auf einem weitgehend identischen regulatorischen Niveau befänden. Eine Bevorzugung oder ein vorzeitiger Abschluss für einzelne Marktakteure liegt damit nicht vor.
Infrastruktur steht für den Einsatz bereit
Seitens des Unternehmens sieht man sich für den eigentlichen Betrieb gut aufgestellt. Neha Idnani, Regional Vice-President bei Eutelsat OneWeb, erklärte gestern, dass der Konzern die erforderlichen Formalitäten für die Lizenzierung zur Bereitstellung von Satellitenkommunikationsdiensten in Indien vollständig abgeschlossen habe.
Man warte nun auf die ausstehenden Sicherheitsbescheinigungen. Rein infrastrukturell sei das Unternehmen jederzeit bereit, die Dienste nach Erteilung der Zulassungen hochzufahren.
Indien gilt für Satellitenbetreiber als strategisch bedeutsamer Wachstumsmarkt, insbesondere zur Anbindung abgelegener Regionen und für Unternehmenskunden. Für Eutelsat OneWeb bedeutet das behördliche Prüfverfahren jedoch eine anhaltende Verzögerung bei der Monetarisierung des Netzes vor Ort.
Flottenausbau und traditionelles Satellitengeschäft
Parallel zu den regulatorischen Schritten arbeitet Eutelsat an der Modernisierung seiner Konstellation im erdnahen Orbit. Vor gut einer Woche stellte Airbus Defence and Space die ersten 32 neuen OneWeb-Satelliten für das geplante Erneuerungsprogramm fertig, das insgesamt 669 Satelliten umfassen soll. Diese Einheiten wurden für den Transport vorbereitet, um sie im Rahmen eines anstehenden Raketenstarts mit SpaceX ins All zu bringen.
Gleichzeitig stützt sich das Unternehmen auf das angestammte Geschäft mit geostationären Übertragungskapazitäten. Erst am Mittwoch verlängerte Eutelsat die strategische Partnerschaft mit dem algerischen Rundfunkbetreiber Télédiffusion d’Algérie.
Das Abkommen sichert die weitere Nutzung von Kapazitäten auf dem Satelliten EUTELSAT 7 West A zur Ausstrahlung algerischer Fernsehsender im Nahen Osten und in Nordafrika. Finanzielle Details zu dieser Vereinbarung gaben die Partner nicht bekannt.
Am Aktienmarkt spiegeln sich die operativen Herausforderungen in einem gedrückten Bewertungsniveau wider. Das Papier notiert aktuell bei 1,41 Euro und bewegt sich damit in unmittelbarer Nähe seines 52-Wochen-Tiefs von 1,39 Euro. Über einen Zeitraum von 30 Tagen verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 25 Prozent.
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