Der Satellitenbetreiber Eutelsat zieht einen Schlussstrich unter zwei umstrittene Verträge. Die Beendigung der Kapazitätsvereinbarungen für zwei russische Satelliten markiert nicht nur eine Reaktion auf technische Ausfälle und geopolitische Einschränkungen. Vielmehr zeigt der Schritt, wie das Unternehmen seine Flotte derzeit auf die veränderten Anforderungen des Weltraummarktes ausrichtet.
Ausfall und Sanktionen erzwingen Handeln
Konkret geht es um die Raumfahrzeuge Express AT1 und AT2, die dem russischen Betreiber RSCC gehören. Nachdem einer der Satelliten im Orbit ausgefallen war und der andere neu positioniert wurde, kündigte Eutelsat am Montag die entsprechenden Verträge. Westliche Sanktionen gegen russische Weltraumgüter hatten die kommerzielle Nutzung der Kapazitäten ohnehin erheblich erschwert.
Gleichzeitig sinkt die generelle Nachfrage nach geostationären (GEO) TV-Übertragungskapazitäten kontinuierlich. Durch die jetzige Anpassung schrumpft die traditionelle GEO-Flotte von Eutelsat von 33 auf 31 Satelliten.
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Geringe finanzielle Einbußen
Auf die Bilanz hat der Wegfall der beiden Satelliten kaum negative Auswirkungen. Das Unternehmen rechnet lediglich mit einem Umsatzverlust im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Das operative Ergebnis (EBITDA) für das Geschäftsjahr 2025/26 soll von dem Schritt nahezu unbeeinflusst bleiben. Die Bereinigung des Portfolios ordnet sich nahtlos in die umfassende Umstrukturierung des Konzerns ein.
Erst kürzlich schloss Eutelsat die Platzierung einer Anleihe über 1,5 Milliarden Euro ab. Diese bildete den finalen Baustein eines weitreichenden Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungsplans im Volumen von rund 5 Milliarden Euro. Mit der gestärkten finanziellen Flexibilität und der bereinigten Flotte treibt der Konzern nun gezielt den Schuldenabbau sowie den strategisch wichtigen Ausbau seiner Satellitenaktivitäten in der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) voran.
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