Der Satellitenbetreiber Eutelsat kappt die Verbindungen zu russischen Kapazitäten und schließt gleichzeitig eine umfassende Refinanzierung in Milliardenhöhe ab. Während das traditionelle Geschäft schrumpft, rückt der Ausbau der OneWeb-Konstellation im niedrigen Erdorbit in den Fokus. Die jüngsten Rating-Upgrades signalisieren, dass der Kapitalmarkt die strategische Neuausrichtung der Franzosen honoriert.
Trennung von russischen Satelliten
Am gestrigen Donnerstag kündigte das Unternehmen die Verträge für die russischen Satelliten Express AT1 und AT2. Diese hatten bisher die Abdeckung der eigenen Flotte auf der Position 36 Grad Ost ergänzt. Der Ausfall von AT1 sowie die geplante Verlegung von AT2 machten diesen Schritt nun unumgänglich.
Die finanziellen Folgen bleiben überschaubar. Eutelsat rechnet lediglich mit Umsatzeinbußen im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Das operative Ergebnis für das Geschäftsjahr 2025/26 sowie die übergeordneten Finanzziele bleiben unberührt. Durch die Kündigung schrumpft die geostationäre (GEO) Flotte des Konzerns auf 31 Satelliten.
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Frisches Kapital für die LEO-Konstellation
Parallel zur Flottenbereinigung hat Eutelsat seine Kapitalstruktur auf ein neues Fundament gestellt. Ein fünf Milliarden Euro schwerer Refinanzierungsplan ist vollständig abgeschlossen. Einen wesentlichen Baustein bildet eine im vergangenen Monat platzierte Anleihe über 1,5 Milliarden Euro. Die Erlöse fließen direkt in die Rückzahlung älterer Schulden, die 2027 und 2029 fällig geworden wären.
Zuvor hatte der Konzern bereits 1,5 Milliarden Euro Eigenkapital eingesammelt. Zu den Geldgebern zählen unter anderem die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens sowie strategische Partner wie Bharti Space. Die Ratingagenturen Moody’s und Fitch reagierten auf die gestärkte Bilanz mit Heraufstufungen um zwei beziehungsweise drei Stufen auf Ba3 und BB.
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Harter Wettbewerb im Erdorbit
Die finanzielle Flexibilität ist zwingend notwendig, da das Rennen im Low-Earth-Orbit (LEO) an Schärfe gewinnt. Eutelsats OneWeb-Umsätze legten im ersten Halbjahr zwar um 60 Prozent zu. Gleichzeitig baut die Konkurrenz massiv aus. Amazon plant, bis Juli 700 eigene Satelliten ins All zu bringen und würde damit die aktuelle OneWeb-Flotte überholen. Platzhirsch Starlink gibt ohnehin das Tempo vor.
Um operativ dagegenzuhalten, sicherte sich Eutelsat kürzlich eine Exportkreditfinanzierung über eine Milliarde Euro. Damit bestellt das Unternehmen 440 neue LEO-Satelliten bei Airbus, um ältere Modelle schrittweise zu ersetzen. Als strategischen Vorteil sieht das Management die wachsende Nachfrage von Regierungen nach sicherer, unabhängiger Konnektivität. Europäische Initiativen wie das IRIS²-Programm zielen gezielt darauf ab, die Dominanz einzelner privater Anbieter im erdnahen Weltraum zu brechen.
Mit einem globalen Finanzierungsplan für Investitionen von rund vier Milliarden Euro bis 2029 treibt Eutelsat den Ausbau seiner LEO-Dienste nun konsequent voran. Die bereinigte Flotte und die neu geordnete Schuldenstruktur bieten dem Unternehmen das nötige Fundament, um die sinkenden Einnahmen im klassischen GEO-Segment durch das Wachstum der OneWeb-Sparte langfristig auszugleichen.
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