Liebe Leserinnen und Leser,
10,8 Prozent – so viel legte die Eutelsat-Aktie heute zu, nachdem der Satellitenkonzern nicht nur stabile Umsätze, sondern vor allem ein spektakuläres Wachstum im Low-Earth-Orbit-Geschäft vermeldete. Während in Paris die Anleger jubelten, blickten die Märkte in Frankfurt und New York gebannt auf zwei andere Entwicklungen: Die Bank of America stufte deutsche Aktien erstmals seit Monaten hoch – und am Nachmittag kühlte die US-Inflation stärker ab als erwartet. Drei Signale, die zeigen, wie unterschiedlich die Kräfte wirken, die gerade über Gewinne und Verluste entscheiden. Willkommen zu einem Tag, an dem Satelliten, Konjunkturpakete und Notenbank-Hoffnungen die Schlagzeilen bestimmten.
Eutelsat hebt ab: Wenn Satelliten zum Wachstumsmotor werden
Eutelsat Communications zeigte heute eindrucksvoll, dass der Umbau vom klassischen Geo-Satellitenbetreiber zum LEO-Champion Früchte trägt. Die Umsätze im ersten Halbjahr 2025/26 blieben mit 592 Millionen Euro stabil – doch hinter dieser Zahl verbirgt sich eine dramatische Verschiebung: Das LEO-Geschäft wuchs um fast 60 Prozent auf 111 Millionen Euro und treibt nun alle drei Konnektivitätssparten voran. Fixed Connectivity legte um 17 Prozent zu, Government Services um 8 Prozent, Mobility um 8,5 Prozent. Das klassische Videogeschäft hingegen schrumpfte um 12 Prozent – belastet durch Sanktionen gegen russische Sender.
Was Anleger besonders aufhorchen ließ: Eutelsat hat sich finanziell neu aufgestellt. Nach einer Kapitalerhöhung von 1,5 Milliarden Euro und der Sicherung von fast 1 Milliarde Euro an Exportkrediten sank die Verschuldung deutlich – das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA fiel von 3,92 auf 2,0. Moody’s und Fitch reagierten mit Heraufstufungen. Gleichzeitig orderte Eutelsat 340 zusätzliche LEO-Satelliten bei Airbus, um die Kontinuität der OneWeb-Konstellation zu sichern. CEO Jean-François Fallacher betonte, dass man nun mit gesicherter Finanzierung und operativer Kontinuität „mit Zuversicht in die Zukunft blicken“ könne.
Für deutsche Anleger ist die Geschichte interessant, weil sie zeigt, wie kapitalintensive Infrastrukturwetten funktionieren können – wenn Technologie, Timing und Finanzierung stimmen. Eutelsat ist kein Schnellboot, sondern ein Tanker, der langsam, aber entschlossen die Richtung ändert. Die Frage bleibt, ob die LEO-Erlöse schnell genug steigen, um die sinkenden Video-Einnahmen dauerhaft zu kompensieren.
Bank of America stuft Deutschland hoch: Fiskalpaket zeigt Wirkung
Während die Märkte monatelang skeptisch auf deutsche Aktien blickten, dreht die Bank of America nun das Vorzeichen: Die US-Investmentbank stufte den deutschen Aktienmarkt von „Neutral“ auf „Übergewichten“ hoch. Der Grund: Das Fiskalpaket der Bundesregierung zur Konjunkturbelebung entfalte endlich messbare Wirkung – am deutlichsten sichtbar in den Auftragseingängen der deutschen Industrie, die auf Dreimonatsbasis annualisiert um über 40 Prozent gestiegen seien.
Analyst Sebastian Raedler hob die BIP-Prognose für Deutschland 2026 auf 1,0 Prozent an, was auch die Eurozone-Schätzung auf 1,2 Prozent zog. Besonders interessant: Raedler sieht die besten Chancen bei deutschen Nebenwerten, die seit Mai 2025 dem europäischen Gesamtmarkt hinterherhinkten. Der MDAX legte seit Ende April nur 8 Prozent zu, der DAX 10 Prozent – der EuroStoxx 50 hingegen fast 16 Prozent.
Für Anleger bedeutet das: Die strukturellen Probleme Deutschlands – Energiekosten, Bürokratie, Demografie – sind nicht verschwunden. Aber das Konjunkturpaket wirkt als kurzfristiger Katalysator, und die Bewertungen deutscher Aktien sind im europäischen Vergleich attraktiv. Wer in den letzten Monaten Deutschland gemieden hat, könnte nun ein Umdenken erwägen – zumindest, wenn man der Bank of America folgt.
US-Inflation kühlt ab: Fed-Hoffnungen kehren zurück
Am Nachmittag kam die Nachricht, auf die viele gewartet hatten: Die US-Verbraucherpreise stiegen im Januar nur um 2,4 Prozent im Jahresvergleich – weniger als die erwarteten 2,5 Prozent und deutlich unter den 2,7 Prozent im Dezember. Auch die Kernrate fiel auf 2,5 Prozent. Die Helaba sprach von „Entspannung an der Inflationsfront“ und sieht die Zinssenkungserwartungen für die kommenden Monate gestützt.
Die Reaktion war verhalten, aber positiv: US-Staatsanleihen legten leicht zu, die Rendite zehnjähriger Treasuries fiel um knapp 3 Basispunkte auf 4,075 Prozent. Der Dollar blieb weitgehend stabil, Gold kletterte um 1,5 Prozent. Der DAX, der zuvor um die 25.000-Punkte-Marke gekämpft hatte, schloss 0,25 Prozent höher bei 24.915 Punkten – konnte die psychologische Schwelle aber erneut nicht nachhaltig überwinden.
Die Frage ist nun, ob die Fed tatsächlich Spielraum für weitere Zinssenkungen sieht. Die Arbeitsmarktdaten der Vorwoche waren stark, die Inflation jetzt schwächer – ein Spannungsfeld, das die Notenbank vorsichtig agieren lässt. Für Anleger bedeutet das: Die Hoffnung auf sinkende Zinsen ist zurück, aber die Gewissheit fehlt. Wer auf Tech-Werte und andere zinsempfindliche Titel setzt, dürfte die Daten als Rückenwind werten – ohne sich zu sehr darauf zu verlassen.
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DAX kämpft weiter mit der 25.000: Siemens zahlt Dividende, Deutsche Börse erholt sich
Der DAX tat sich auch am Freitag schwer mit der runden Marke. Zeitweise stieg er auf 24.900 Punkte, doch der Schwung reichte nicht. Belastend wirkte, dass Siemens ex Dividende gehandelt wurde – 5,35 Euro Ausschüttung drückten den Kurs optisch um diesen Betrag. Zudem senkte Barclays das Kursziel für Siemens auf 225 Euro und bekräftigte „Underweight“ – der Analyst sieht kein weiteres Aufwärtspotenzial mehr.
Auf der Gewinnerseite standen Deutsche Börse mit plus 4,6 Prozent und MTU Aero Engines mit plus 4,6 Prozent. Die Deutsche Börse profitierte von Kaufempfehlungen mehrerer Analysten und der Erleichterung, dass die jüngsten KI-Sorgen den Börsenbetreiber weniger treffen als befürchtet. MTU bekam Rückenwind von starken Zahlen des französischen Triebwerkbauers Safran, der seinen Ausblick bis 2028 erhöhte.
Verlierer waren RWE mit minus 4,1 Prozent nach einer Abstufung durch Bernstein und Delivery Hero mit minus 4 Prozent nach enttäuschenden Zahlen der Nahost-Tochter Talabat. Die Bank of America-Hochstufung für Deutschland konnte den DAX also stützen, aber nicht beflügeln – die 25.000 bleiben vorerst eine hartnäckige Hürde.
Rüstung und Luftfahrt im Aufwind: Rheinmetall sichert sich NATO-Auftrag
Rheinmetall meldete heute einen Großauftrag über rund 200 Millionen Euro: Über die NATO Support and Procurement Agency wurden etwa 35.000 Patronen 120-mm-Panzermunition bestellt – die ersten Abrufe aus einem 2025 geschlossenen Rahmenvertrag. Der Düsseldorfer Konzern betonte, dass dieser Vertrag die Beschaffung im NATO-Bündnis deutlich vereinfache und die eigene Marktposition festige.
Parallel dazu hat Rheinmetall mit Betriebsräten und IG Metall eine Übergangsvereinbarung für die Beschäftigten der Automotive-Division beschlossen – Beschäftigungs- und Standortsicherung für drei Jahre, während der Verkauf des Automotive-Bereichs im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll. Die Aktie legte zeitweise um 2 Prozent zu.
Für Anleger zeigt sich: Die geopolitischen Spannungen und die Münchner Sicherheitskonferenz sorgen für anhaltende Nachfrage im Rüstungssektor. Rheinmetall bleibt ein Profiteur dieser Entwicklung – und der Konzern konzentriert sich konsequent auf das wachstumsstarke Verteidigungsgeschäft, während er das schrumpfende Automotive-Erbe abgibt.
Krypto unter Druck, Gold glänzt: Divergierende Reaktionen auf Inflationsdaten
Während Gold nach den US-Inflationsdaten um 1,5 Prozent zulegte und Silber sogar um 3,7 Prozent stieg, blieben Kryptowährungen unter Druck. Bitcoin verlor über 1 Prozent und handelte bei 67.440 Dollar – rund 47 Prozent unter dem Allzeithoch. Der CMC Fear and Greed Index zeigte mit einem Wert von 8 „extreme Angst“ an.
Die Divergenz ist bemerkenswert: Edelmetalle profitierten von der Zinssenkungsfantasie und der Suche nach sicheren Häfen, während Krypto-Anleger weiterhin von negativen Stimmungen und regulatorischen Unsicherheiten belastet werden. Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten am Donnerstag Abflüsse von 410 Millionen Dollar, Ethereum-ETFs verloren 113 Millionen Dollar.
Für Anleger bedeutet das: Die Hoffnung auf sinkende Zinsen hilft nicht allen Assets gleichermaßen. Gold und Silber werden als klassische Inflationshedges und Krisenwährungen gekauft – Krypto hingegen kämpft mit Vertrauensproblemen und fehlendem institutionellem Rückhalt. Wer in beiden Welten unterwegs ist, sollte die unterschiedlichen Dynamiken im Blick behalten.
Ausblick: Münchner Sicherheitskonferenz, PCE-Daten und PMI-Zahlen
Die kommende Woche bringt wichtige Termine: Die Münchner Sicherheitskonferenz, die heute begann, dürfte weitere Impulse für Rüstungsaktien liefern. Am Freitag stehen die US-PCE-Daten an – das bevorzugte Inflationsmaß der Fed – sowie die Einkaufsmanagerindizes weltweit. Diese PMI-Zahlen gelten als wichtige Frühindikatoren und könnten zeigen, ob die Konjunkturbelebung, von der die Bank of America spricht, auch in den Stimmungsdaten sichtbar wird.
Für den DAX bleibt die 25.000-Punkte-Marke das zentrale Thema. Laut Helaba würde erst ein nachhaltiger Anstieg darüber den Weg zur Bestmarke von 25.508 Punkten freimachen. Die KI-Sorgen, die zuletzt Tech-Werte belasteten, bleiben im Hintergrund – ebenso die Frage, ob die US-Notenbank tatsächlich Spielraum für Zinssenkungen sieht oder ob die starken Arbeitsmarktdaten die Hoffnungen dämpfen.
Heute hat gezeigt: Die Märkte reagieren auf unterschiedliche Signale – Satelliten-Deals, Konjunkturpakete, Inflationsdaten – und jeder Anleger muss entscheiden, welches Signal am lautesten spricht. Eutelsat hat vorgemacht, wie Transformation gelingen kann. Die Bank of America hat Deutschland eine Chance gegeben. Und die US-Inflation hat den Märkten etwas Hoffnung zurückgegeben. Ob daraus mehr wird als nur ein Strohfeuer, zeigt sich in den kommenden Wochen.
Bis dahin – bleiben Sie informiert und behalten Sie die Richtung im Blick.
Beste Grüße
Andreas Sommer


