EVN forciert den Umbau zur grünen Infrastruktur. Die Erste Group reagiert prompt und hebt das Kursziel für den Versorger deutlich an. Milliardenschwere Investitionen in das Ladenetz und Biomasse treiben diese Entwicklung.

Kaufempfehlung mit deutlichem Aufschlag

Die Erste Group bestätigt ihre aktuelle Kaufempfehlung für das Papier. Die Analysten setzen das neue Kursziel bei 36,00 Euro fest. Damit sehen die Experten ein theoretisches Aufwärtspotenzial von rund 22 Prozent.

Der Titel verabschiedete sich am Freitag mit einem Plus von 1,72 Prozent aus dem Handel. Seit Jahresbeginn legte der Kurs bereits um 7,65 Prozent zu. Damit notiert EVN nur knapp unter dem bisherigen Jahreshoch.

Kooperation mit AVIA stärkt E-Mobilität

Das Unternehmen schließt eine weitreichende Partnerschaft mit dem Tankstellenbetreiber AVIA. Ab dem Jahr 2026 entstehen Schnellladestationen an über 100 Standorten in ganz Österreich. EVN nutzt damit den dynamisch wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge. Die Folge: ein deutliches Signal für den Markt.

Der Marktanteil reiner Elektro-Pkw stieg zuletzt auf fast 24 Prozent. Im Rahmen der „Strategie 2030“ investiert EVN jährlich rund eine Milliarde Euro. Dieser Betrag fließt vorrangig in die Netze und die Energiewende.

Fokus auf Biomasse und Fernwärme

Parallel zum Stromgeschäft baut der Konzern die thermische Energieerzeugung aus. EVN betreibt in Niederösterreich mittlerweile mehr als 80 Biomasse-Fernwärmeanlagen. Das Fernwärmenetz umfasst unter anderem eine Rekordleitung von Dürnrohr nach St. Pölten.

Im Winter 2025/26 soll eine weitere Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in St. Pölten ans Netz gehen. Das Unternehmen setzt dabei auf zertifizierte Rohstoffe nach internationalen Nachhaltigkeitsstandards. Größere Anlagen nutzen ausschließlich Biomasse mit entsprechenden Zertifikaten.

Technische Signale und Ausblick

Die technische Ausgangslage stützt den aktuellen Trend. Mit einem RSI von 58,0 befindet sich die Aktie in einer neutralen Zone. Der Kurs notiert aktuell rund sechs Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 30,40 Euro könnte frische Käufer anlocken. Politische Debatten über EU-weite Genehmigungsverfahren für Ladeinfrastrukturen bleiben ein relevanter Faktor für die kommenden Monate. Im Fokus steht nun der Handelsstart am Montag.