Am Donnerstag hat die EVN AG im Rahmen ihres Capital Markets Day in London ihre strategische Ausrichtung bis zum Ende des Jahrzehnts konkretisiert. Der österreichische Energieversorger plant jährliche Investitionen von einer Milliarde Euro, um die Netzinfrastruktur zu stärken und erneuerbare Energien auszubauen. An der Börse schloss die Aktie am Freitag bei 28,85 Euro.

Großbatteriespeicher und operatives Ergebnisziel

Ein zentraler Pfeiler der Mittelfristplanung ist der deutliche Ausbau der Speicherinfrastruktur. Bis 2030 beabsichtigt der Konzern, Großbatteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 300 Megawatt zu errichten. Das Vorhaben soll zur Stabilisierung der Netze beitragen, da der wachsende Anteil wetterabhängiger Energiequellen flexible Pufferlösungen erfordert.

Parallel dazu definierte das Unternehmen klare finanzielle Meilensteine. Für das Geschäftsjahr 2030 peilt EVN ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 1,2 Milliarden Euro an. Die geplanten Investitionen sollen die Ertragsbasis nachhaltig verbreitern.

Schrittweise Anhebung der Ausschüttungen

Die angestrebte Ertragssteigerung soll sich auch bei der Gewinnbeteiligung der Aktionäre niederschlagen. Medienberichten zufolge strebt der Versorger für 2030 eine Dividende von mindestens 1,10 Euro je Aktie an. Damit stellt die Gesellschaft ihren Anteilseignern eine kontinuierliche Steigerung der Ausschüttungen in Aussicht.

Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 stellte EVN eine Dividende zwischen 0,90 und 0,95 Euro je Anteilsschein in Aussicht. Die exakte Höhe dieser Ausschüttung bleibt an das tatsächliche Jahresergebnis gekoppelt. Das Management knüpft die kurzfristige Ausschüttungsquote damit unmittelbar an die operative Leistung.

Strategische Initiativen und Marktumfeld

Neben den Großprojekten treibt das Unternehmen weitere regionale Aktivitäten voran. Dazu zählen Erkundungen im südlichen Wiener Becken für das Forschungsprogramm GeoWärme Niederösterreich sowie die Modernisierung von Wasserkraftanlagen.

Klarheit über den Abschluss des Geschäftsjahres 2025/26 erhalten Marktteilnehmer am 17. Dezember mit der Veröffentlichung der offiziellen Jahreszahlen. An den Finanzmärkten konnte sich das Papier in den vergangenen Monaten positiv entwickeln: Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet der Titel ein Kursplus von 24 Prozent.